Kantonsparlament will keine Rückkehr zu Massentests an Schulen

hn, sda

2.12.2021 - 16:32

Das Berner Kantonsparlament will keine Rückkehr zu Massentests an den Schulen.
Keystone

Der bernische Grosse Rat hat es am Donnerstag abgelehnt, in den Schulen wieder flächendeckende Covid-Massentests einzuführen. Namentlich das bürgerliche Lager stellte sich hinter den von SVP-Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg gewählten Weg der Ausbruchstests.

hn, sda

2.12.2021 - 16:32

Der Vorstoss für die Wiedereinführung der Massentests stammte aus den Reihen der SP. Ein neuer Lockdown in Gesellschaft, Wirtschaft und an den Schulen müsse unbedingt verhindert werden, forderte SP-Grossrat Daniel Wildhaber. Der von Schnegg gewählte Weg bezeichnet er «schon fast als Augenwischerei». Es seien einfach zu wenige Testteams unterwegs, um innert sinnvoller Zeit die Tests durchzuführen.

FDP-Grossrat Hans-Peter Kohler hielt entgegen, dass Massentests keinen signifikanten Mehrwert zu Ausbruchstests aufweisen. SVP-Grossrat Alexander Feuz sekundierte: Massentests vermittelten eine Scheingenauigkeit. Und EDU-Grossrat Samuel Kullmann rief das Parlament und die Bevölkerung auf, aus dem «Panik-Modus» heraus zu kommen.

Lüften in den Schulzimmern

Die SP verlangte in ihrem Vorstoss auch, dass eine regelmässige, gute Lüftung in den Schulräumen jederzeit gewährleistet sein müsse, am ehesten mit Hilfe von Luftmessgeräten. Diese sind für die Gemeinden an den Volksschulen bisher freiwillig.

Es brauche aber Druck auf die Gemeinden, damit diese Luftmesser anschafften, betonte Sarah Gabi Schönenberger. Denn: «Es ist Pandemie – Punkt», sagte die Grossrätin.

Der Kanton Bern hat bis zwei Wochen nach Beginn des neuen Schuljahrs repetitive Massentests an Schulen durchgeführt. Dann stellte er um auf das System der Ausbruchstestung. Das bedeutet, dass mobile Teams dann an Schulen gehen und die Kinder und Jugendlichen testen, wenn es zu einem Ausbruch gekommen ist.

Der von Schnegg gewählte Weg ist in jüngster Zeit immer wieder heftig kritisiert worden. Schnegg selber betonte vor dem Rat am Donnerstag, dass Kantone, die Massentests durchführten, keine klar besseren Resultate aufweisen könnten als der Kanton Bern. Ausserdem habe seine Direktion die Ausbruchstestung unter anderem hinsichtlich Tempo verbessert.

Der Bundesrat hat am Dienstag verschiedene Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie vorgestellt und in eine 24-stündige Konsultation geschickt. Dazu gehört unter anderem auch, dass die obligatorischen Schulen und Gymnasien verpflichtet werden, repetitive Tests anzubieten. Am Freitag will die Landesregierung entscheiden.

hn, sda