Coronavirus – Bern

Spitäler und Kliniken sollen Besuche wieder einschränken

SDA

2.11.2020 - 17:21

Spitäler und Kliniken sollen aufgrund der Coronalage die Besuche einschränken. (Themenbild)
Source: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Aufgrund der Coronasituation empfiehlt der Kanton Spitälern und Kliniken, die Besuche wieder einzuschränken. Die bernische Gesundheitsdirektion hat die Eskalationsstufe erhöht und die Ampel von grün auf gelb gestellt.

Es ist dies die zweite von insgesamt vier Stufen. Aufgrund der neuen Eskalationsstufe wird auch die für Covid-19 Patienten reservierte Mindestzahl an Spitalbetten mit Beatmungsgeräten von 33 auf 55 erhöht.

In einzelnen Regionen des Kantons Bern reichen die Kapazitäten in Spitälern und Kliniken derzeit nicht mehr aus, wie die bernische Gesundheitsdirektion am Montag mitteilte. Die betroffenen Patienten könnten jedoch in anderen Regionen betreut werden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Weiter hält der Kanton die Spitäler an, mit den freien Kapazitäten umsichtig zu planen. Es sei notwendig, nicht dringliche Eingriffe schrittweise zu sistieren oder zu verschieben. Dies, um die erforderlichen Infrastrukturen sowie Personal und Schutzmaterial zur Verfügung zu halten.

Eine Person für eine Stunde

Die Gesundheitsdirektion empfiehlt den Spitälern und Kliniken, dass Patientinnen und Patienten nur einmal am Tag durch eine Person für eine Stunde besucht werden dürfen. Die Spitaldirektionen können für einzelne Patientengruppen in sachlich begründeten Fällen generell oder im Einzelfall Ausnahmen bewilligen.

Eltern von Kindern, Besucherinnen und Besucher von schwerstkranken oder palliativen Patientinnen und Patienten sind von der Besuchseinschränkung ausgenommen.

Gebärende dürfen sich bei der Geburt durch eine Person begleiten lassen. Neugeborene und deren Mütter dürfen einmal am Tag durch eine Person für eine Stunde Besuch empfangen. Geschwister des Neugeborenen unter 16 Jahren dürfen die besuchende Person begleiten.

Verlegung in die «Reha» möglich

Zur Entlastung der Akutspitäler können Patientinnen und Patienten auch in Rehabilitationskliniken verlegt werden. Sie sind laut Gesundheitsdirektion verpflichtet, Covid-19 Patienten nach dem Ende der Akutphase der Erkrankung aufzunehmen.

Der Kanton rät diesen Kliniken auch, sich auf die nächsthöhere Eskalationsstufe vorzubereiten, so dass die «Rehas» auch infektiöse Patienten mit Isolationspflicht aufnehmen könnten.

Die Spitäler und Kliniken müssen neu täglich von Montag bis Freitag ihre Ressourcen an die Gesundheitsdirektion übermitteln. Für das Gesundheitspersonal gelten laut Mitteilung grundsätzlich die normalen Quarantänemassnahmen. Bei Personalmangel sind Ausnahmen möglich.

Mehr Patienten brauchen Beatmungsgerät

Im Kanton Bern ist die Zahl der Neuinfizierten weiterhin hoch. Seit Sonntag wurden 581 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. sechs Personen starben an den Folgen von Covid-19.

Auch die Zahl der Spitaleintritte steigt an. Aktuell liegen etwas mehr als 300 Personen wegen Covid-19 in einem Berner Spital.

Angestiegen ist auch die Zahl der Patienten, die künstlich beatmet werden müssen. Lag die Zahl vergangene Woche noch unter 20, befindet sie sich neu bei über 30 Personen.

Schnelltestzentrum in Belp

Der Kanton Bern erhält in diesen Tagen vom Bund die neuen Corona-Schnelltests. Die Gesundheitsdirektion plant, in der Nähe des Flugplatzes Bern-Belp ein Schnelltestzentrum aufzubauen, das nächste Woche in Betrieb gehen kann.

Es handelt sich um ein Drive-in-Zentrum, wie der Mediensprecher der kantonalen Gesundheitsdirektion, Gundekar Giebel, auf Anfrage sagte.

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