Ältester Luzerner Kirche ein neues Gewand und Konzept verpasst

7.12.2018 - 16:18, SDA

Ein Jahr war die Peterskapelle in der Luzerner Altstadt wegen Umbaus geschlossen. Nun öffnet das älteste Gotteshaus der Stadt seine Türen wieder und will in neuem Glanz und mit neuem Konzept auch kirchenfernen Menschen Platz bieten.

Wer die Türe bei der Kirche am Kapellplatz öffnet, dem stösst dieser Tage kein muffiger Duft entgegen. Hier riecht es nach neu, Leim könnte es sein, oder Farbe. Die Kapelle, die im Jahr 1178 erstmals erwähnt wird, ist in den vergangenen zwölf Monaten für 4,5 Millionen Franken erneuert worden.

Vom Dachstuhl über die Fassade bis zum Boden haben die Bauarbeiter Hand angelegt. Die Beichtstühle auf der Seite sind weg. Dafür haben die Architekten gleich beim Haupteingang unter der Empore einen hölzernen neuen Raum mit Windfang, Arbeitsplatz, Besprechungs- und Besinnungsraum, Beichtstuhl und einer Nischenkapelle geschaffen.

Neu und eben sind auch der Boden, eine Mischung aus Carrara- und Bardolinomarmor mit Jurakiesel, Altar und Ambo, die Beleuchtung und die Sitzbänke. Letztere, aus Ulmenholz gezimmert, lassen sich verschieben, zusammenklappen und stapeln.

"City-Pastoral"

Sie stehen damit stellvertretend für ein neues Konzept, wie Kirchenratspräsident Herbert Mäder am Freitag vor den Medien ausführte. Denn die Kapelle soll wohl Platz bieten für das klassische kirchliche Leben, aber auch öffentlicher Ort der Begegnungen für Menschen in der Stadt werden mit multifunktionalem Charakter.

So ging die Sanierung von Anfang an einher mit der Idee einer niederschwelligen Pastoral, auch als "City-Pastoral" bezeichnet. Alleine der Standort der Kirche eigne sich dafür. Die Rede ist von einem Co-Working-Platz, Laptop inklusive. Möglich sein sollen auch Mittagsmeditation, sozio-kulturelle Anlässe am Abend, Theatergottesdienste, neue liturgische Formen.

Drei Theologen haben bereits vor einem Jahr mit ihrer Arbeit begonnen. Es gehe nicht um eine Konkurrenz zu den Pfarreien, sondern um eine Präsenz und Anlaufstelle für Menschen im Herzen der Stadt, heisst es.

Beute verteilt

Dass die Peterskapelle damit auch zu ihren historischen Wurzeln zurückkehrt, das erläuterte Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder. Sie begleitete den Bau, die kantonale Denkmalpflege steuerte 400'000 Franken bei zu den Sanierungskosten.

Die Kapelle, so Grünenfelder, habe bereits früher als Versammlungsraum gedient, etwa im 15. Jahrhundert, als hier die Burgunderbeute verteilt wurde. Auch seien später die Osterspiele im Gotteshaus vorbereitet worden. Mit der Neugestaltung im Innern komme das Kulturdenkmal "aufgeräumt" daher. Raumwirkung und Denkmalcharakter seien gestärkt, die Spuren der Geschichte nicht getilgt worden.

So kam etwa beim Einbau von Büroräumlichkeiten über der Sakristei gar ein Wandbild zum Vorschein. Auf das Freilegen weiterer Bilder habe man aus Kostengründen verzichtet, sagte Kirchenrat Mäder. Nach dem Ende der Bauarbeiten beginnt laut den Verantwortlichen nun die Arbeit, der Kapelle mit dem neuen Nutzungskonzept, Leben einzuhauchen.

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