Zentralschweiz

Das Museum Burg Zug widmet seine neue Ausstellung dem Braunvieh

rl, sda

4.4.2022 - 15:08

Blick in die Ausstellung des Museums Burg Zug: Die Kuh, ein Klimakiller oder ein Inbegriff der Natur?
Keystone

Das Museum Burg Zug zeigt vom Donnerstag bis am 4. Dezember 2022 eine Sonderausstellung zu dem Tier, zu dem Zug mit seinem Stierenmarkt eine besondere Bedeutung hat: «Braun. Vieh. Zucht. Nix Natur, alles Kultur» zeigt, was im Braunvieh steckt.

rl, sda

4.4.2022 - 15:08

Die Kuh sei zwar zum Schweizer Nationaltier avanciert, teilte das Museum am Montag mit. Unumstritten sei sie aber nicht mehr. Sie gelte als Klimakiller und als Milchmaschine, aber auch als Inbegriff der Natur.

Klar ist, dass das heutige Rind Ergebnis jahrtausendelanger Tierhaltung ist. Es wurde durch gezieltes Paaren gezüchtet. Die Genossenschaften wählten die Zuchtstiere am Stierenmarkt in Zug aus, seit 1935 der wichtigste Markt für Braunviehzüchter in der Schweiz.

Mit der Verwissenschaftlichung der Zucht und der künstlichen Besamung verloren die Munis der Viehzuchtgenossenschaften aber an Bedeutung. In der Ausstellung wird deswegen der Frage nachgegangen, ob der Zuger Stierenmarkt noch immer Handelsplatz für gute Gene sei oder mehr ein Festplatz für die Bevölkerung.

Harte Arbeit

Die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher können auch einen Blick in einen Stall werfen. Rinderhaltung zur Nahrungsmittelproduktion sei trotz vieler technischer Hilfsmittel hart, teilte das Museum mit. Auch brauche sie viel Wissen, Gespür und Geschick.

Ein weiterer Ausstellungsteil widmet sich dem Rindvieh als «Sehnsuchts-Tier». Zusammen mit Hirten und Bergen gelten Rinder ab dem 18. Jahrhundert als Symbol des Ursprünglichen. Für die Züchter sei die Kuh zum Familienmitglied geworden, teilte das Museum mit. Stolz hätten sie die gewonnenen Zuchtpreise in der Stube an die Wand gehängt.

Die Ausstellung bietet fundamentale Informationen zur Kuh – wie viel sie frisst und wieso sie immer Milch gibt. Schliesslich werden auch Blicke in die Zukunft gewagt.

Die Ausstellung ist in deutscher Sprache abgefasst, es gibt aber auch einen englischen Führer. Erstmals stellt das Museum online ein «Tutorial» zur Verfügung, mit dem sich Interessierte auf die Ausstellung vorbereiten oder das sie zur Nachbereitung nutzen können.

rl, sda