Kraftwerkbetreiber und Umweltverbände in Uri einigen sich

SDA

31.8.2018 - 13:43

Die Umweltverbände und die Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA) haben sich in den Verhandlungen um den Bau zweier Kraftwerke im Kanton Uri geeinigt. Die Planer können bei der Menge der Wassernutzung ans gesetzliche Limit gehen, müssen dafür aber ökologische Ersatzmassnahmen finanzieren.

Die Umweltverbände hatten gegen die Konzessionsgesuche am Palanggenbach und am Alpbach Einsprache erhoben und mehr Restwasser gefordert. Im Sinne eines Kompromisses habe man diese Forderung aufgegeben, teilte der WWF Uri am Freitag mit, der im Namen des Urner Umweltrats mit dem EWA verhandelte.

Die Betreiber der geplanten Kraftwerke verpflichteten sich im Gegenzug dazu, die Kosten für einen Teil der Ausdohlungen und Renaturierungen des Giessen in Attinghausen zu tragen, die im Rahmen eines Hochwasserschutzprojekts auf einer Länge von rund zwei Kilometern vorgenommen werden. Damit werde der Bach fischgängig, was insbesondere für die Seeforellen eine sehr gute Sache sei, sagte Kurt Eichenberger vom WWF auf Anfrage.

Ebenfalls eingebettet in ein Revitalisierungsprojekt des Kantons ist auch eine Ersatzmassnahme für das Projekt am Alpbach. Vorgesehen ist eine Aufwertung bei der Reussschlaufe. Zudem wird das Turbinen-Haus am Alpbach näher an den Hochwasser-Rechen verlegt, was die Landschaft weniger beeinträchtige.

Zeitdruck wegen KEV

Dank der Beteiligung der Korporation Uri an den Kraftwerken konnte Land für Aufwertungen an der Reuss und am Attinghausener Giessen gewonnen werden. Die Kosten für die Ersatzmassnahmen, welche die Betreiber übernehmen, belaufen sich auf mehrere hunderttausend Franken. Diese müssten sie auch dann leisten, wenn die Hochwasserschutzprojekte scheitern würden.

Der Korporationsrat befindet am 28. September über die Konzession beim Palanggenbach, der Urner Landrat am 3. Oktober über die Konzession beim Kraftwerk Erstfeldertal. Parallel zum Konzessions- läuft auch das Baugesuch. Beide müssen für das Projekt am Alpbach bis Ende Jahr vorliegen, ansonsten verfällt die Zusage des Bundes für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Ohne diese wäre das Werk nicht rentabel.

Zurück zur Startseite

SDA