Leicht erhöhte Naphthalinwerte in Ebikoner Schulhaus Zentral

13.6.2019 - 10:54, SDA

Im Schulhaus Zentral in Ebikon wurden leicht erhöhte Naphthalinwerte gemessen.
Source: PD

Ein weiterer Naphthalin-Fall in Ebikon: Untersuchungen zeigen, dass vier Räume des Schulhauses Zentral im geschlossenem und ungelüfteten Zustand leicht erhöhte Naphthalinwerte aufweisen. Der Gemeinderat hat nun Sofortmassnahmen eingeleitet.

Unangenehme Gerüche im Schulhaus Zentral riefen den Ebikoner Gemeinderat auf den Plan: Er beauftragte eine Spezialfirma, Raummessungen durchzuführen. Am Dienstag wurden die Ergebnisse präsentiert, wie der Mediensprecher der Gemeinde Ebikon, Roland Beyeler, auf Anfrage sagte.

Zwar zeigten diese, dass der Haupttrakt des Schulhauses aus den 1940er Jahren gänzlich unbelastet sei, schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. In vier Zimmern, welche aus einer späteren Bauetappe stammen, wurde jedoch ein leicht erhöhter Naphthalinwert gemessen.

Der von der Weltgesundheitsorganisation definierte Richtwert II von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter wird im Handarbeitszimmer und im Singsaal um 2,7 respektive 1,7 Mikrogramm überschritten. Die Messergebnisse in zwei anderen Schulzimmern würden mit 15,8 respektive 10,6 Mikrogramm in einem tolerierbaren Bereich zwischen den Richtwerten I und II, liegen, heisst es weiter.

Sämtliche Messungen wurden in ungelüfteten und geschlossenen Räumen durchgeführt. Die Ergebnisse seien demnach als Höchstwerte zu verstehen, betont der Gemeinderat.

Sanierungsmassnahmen eingeleitet

Ab einem Richtwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft werden Massnahmen zum Schutz der Raumbenutzer empfohlen. Mittels Luftreinigern und einem Lüftungsplan könnten die gemessenen Werte unter den kritischen Richtwert gesenkt werden.

So wird dieser Lüftungsansatz ab sofort bis zu den Sommerferien in zwei Zimmern sowie im Singsaal umgesetzt. Zudem entschied der Gemeinderat gemeinsam mit der Schulleitung, das Handarbeitszimmer zu schliessen, damit dort weiterführende Untersuchungen an den Bausubstanzen vorgenommen werden können.

Bodensondierungen sollen einerseits die Quelle des Schadstoffs identifizieren. Andererseits liessen sich aus den Detailuntersuchungen konkrete Massnahmen für die geplanten Sanierungsarbeiten im Sommer ableiten. Während den Sommerferien werden die betroffenen Räume saniert.

Die Wirksamkeit der Sofortmassnahmen wird laufend untersucht. Bis zu den Sommerferien werde die Luftqualität im Schulhaus streng beobachtet, sodass bei Auffälligkeiten sofort reagiert werden könne, heisst es weiter.

Zweiter Naphthalin-Fall in Ebikon

Naphthalin gehört zu den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Der Stoff steht bei hohen Konzentrationen im Verdacht, krebserregend zu sein. Er tritt aus dem teerölgetränkten Spreu zwischen Beton und Unterlagsboden aus. Bis in die 1980er-Jahre wurden solche Teeröle häufig als Feuchtigkeitsschutz in Fussböden verbaut.

Bereits im vergangenen Sommer waren in Unterrichtszimmern der Schule Höfli in Ebikon erhöhte Naphthalinwerte gemessen worden. Eine mechanische Lüftung in den Sommerferien konnte das Problem nicht gänzlich beheben, der Unterricht wurde bis zu den Herbstferien in dezentralen Schulräumen abgehalten.

Auch an anderen Schulen im Kanton Luzern wurden erhöhte Naphthalinwerte gemessen.

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