Gemeinden

Luzerner Gemeinden werden sich ähnlicher

SDA

5.11.2020 - 10:38

Das Dorf Romoos liegt bei der ÖV-Erreichbarkeit im Kanton Luzern ganz hinten – der Unterschied zwischen den Gemeinden hat sich aber verkleinert. (Archivbild)
Source: KEYSTONE/SIGI TISCHLER

In den letzten 20 Jahren haben sich die Unterschiede der 82 Luzerner Gemeinden mehrheitlich verringert. Zu diesem Schluss kommt das Luzerner Statistikamt Lustat, das 25 Kennzahlen zu den regionalen Lebensbedingungen ausgewertet hat, darunter etwa Arbeitslosigkeit oder ÖV-Anbindung.

Dass zwischen den Luzerner Gemeinden grosse Unterschiede bestehen, zeigt alleine ein Blick auf die jeweiligen Bevölkerungszahlen. Sie reichen von rund 400 bis zu gut 82'000 Einwohnerinnen und Einwohner, wie Lustat am Donnerstag anlässlich der Publikation der Studie zu den regionalen Disparitäten mitteilte.

Auch aus geografischer Sicht haben die Luzerner Kommunen von Adligenswil in der städtischen Agglomeration bis Zell im Hinterland unterschiedliche Voraussetzungen. Dennoch haben sich die Gemeinden seit der Jahrtausendwende angeglichen.

So hätten die regionalen Unterschiede bei 16 der untersuchten Kennzahlen abgenommen. Nur bei 9 Aspekten nahmen sie zu, wie Lustat festhält. Am stärksten gingen die kommunalen Unterschiede beim öffentlichen Bildungsaufwand, beim verfügbaren Haushaltseinkommen, bei der Arbeitslosigkeit, der Erreichbarkeit mit dem ÖV sowie bei der Bevölkerungsentwicklung zurück.

Armut und Leerwohnungen

Auseinandergedriftet sind die Gemeinden überwiegend im Bereich der sozialen Lage. Am stärksten geschah dies bei der Übertrittsquote in die Berufsbildung und ins Langzeitgymnasium sowie bei der Armutsquote.

Am höchsten ist diese aktuell in der Stadt Luzern und in Emmen mit je 6 Prozent und in Gettnau mit 4,7 Prozent. Bei 1 Prozent oder weniger sind die tiefsten Quoten in Schlierbach, Honau und Mauensee. Während der Anteil in Flühli über den Betrachtungszeitraum um 3,7 Prozentpunkte zurückging, nahm er in Gettnau um 2,2 Prozentpunkte zu.

Aktuell am grössten sind die Unterschiede beim Bevölkerungswachstum, bei der Einbürgerungsquote, der Wohnbautätigkeit und bei der Leerwohnungsziffer. Letztere etwa liegt in Alberswil, Büron und Knutwil bei über 6 Prozent, Neuenkirch, Schlierbach, Adligenswil und Udligenswil haben 0,3 Prozent oder weniger Leerwohnungen.

Die Unterschiede seien eher zwischen den geografischen Räumen zu finden als zwischen den Gemeinden, hielt Sibylle Boos-Braun, Präsidentin des Verbands Luzerner Gemeinden (VLG) fest. Es dürfe daraus keine Chancenungleichheit entstehen. Wichtig seien daher die vorhandenen Korrekturgefässe wie der innerkantonale Finanzausgleich, die Raumplanung und die Kantonsstrategie.

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