Luzerner Stadtrat will alten Posttunnel mit Veloparkplätzen füllen

SDA

4.12.2018 - 11:01

Die Diskussion um den Luzerner Velotunnel beim Bahnhof geht in die nächste Runde: Zwar präsentiert der Luzerner Stadtrat eine neue Zufahrtsrampe zum ehemaligen Posttunnel. Darin will er nun aber vor allem Veloparkplätze erstellen.

Das Stadtparlament hatte vor etwas mehr als einem Jahr eine Vorlage der Stadtregierung zur Verwendung des seit 2007 inaktiven Posttunnels zwischen der Habsburgerstrasse und dem Inseli zurückgewiesen. Hauptstreitpunkt waren die Zugänge zum Tunnel und die fehlende befahrbare Verbindung.

Am Dienstag präsentierte der Stadtrat nun einen neuen Vorschlag. Von drei möglichen Varianten bevorzugt er jene eine Variante, bei der "zugunsten von Veloparkplätzen" auf die vom Parlament gewünschte Durchfahrtsmöglichkeit erneut verzichtet wird.

Stattdessen will er im Tunnel beidseitig doppelstöckige Veloparkplätze anordnen - um die Abstellplatz-Situation westlich des Bahnhofs zu entlasten. Der Stadtrat geht von insgesamt 800 Plätzen aus, das sind 270 zusätzliche Parkplätze für Velos.

Es sei aber möglich, das Velo zu schieben und vom Velotunnel via bestehenden Aufgang zur Velostation Ost den Bahnhofplatz zu umgehen und so die Uni und das Gebiet Inseli zu erreichen, hält er fest.

Neue Zufahrtsrampe

Die Erschliessung von der Habsburgerstrasse soll als Zufahrt ausgebaut werden. Dafür soll die vorhandene Wendeltreppe mit Lift rückgebaut und durch die neue Rampe mit Treppe und Lift ersetzt werden. Auf der anderen Seite sind keine Anpassungen vorgesehen.

Die Realisierungskosten für diese Variante belaufen sich auf 7,48 Millionen Franken. Die Planungskosten betragen 1,27 Millionen Franken. Diesen Kredit beantragt die Stadtregierung nun dem Parlament.

Der Velotunnel und der gewünschte Durchgangsbahnhof in Luzern kommen sich allerdings in die Quere. Falls mit den Arbeiten zum Bahnhofsausbau begonnen wird (frühestens ab 2035), müsste der Velotunnel wieder geschlossen werden. Die von ihm vorgeschlagene Variante weise das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aus, ist der Stadtrat überzeugt.

Die geplante Rampe lasse sich mit geringen Anpassungen als hindernisfreier Zugang für den Fussverkehr zum Durchgangsbahnhof umnutzen und könne, so der Stadtrat, in diesem Sinne als eine "Vorinvestition" betrachtet werden.

Aktionspläne für Fuss- und Veloverkehr

Ebenfalls am Dienstag präsentierte der Stadtrat den Aktionsplan Fuss- und Veloverkehr. Die beiden Pläne enthalten zusammen rund 40 Massnahmen.

Die Auswahl der Massnahmen basiert auf Lösungsansätzen, wie sie in der Mobilitätsstrategie und damit in Abstimmung mit dem Raumentwicklungskonzept 2018 vorgegeben werden. Der Stadtrat beantragt nur Kredite für Massnahmen der ersten Priorität.

1,2 Millionen Franken sind für Massnahmen im Bereich Fussverkehr vorgesehen, für den Bereich Veloverkehr Massnahmen in der Höhe von 2,15 Millionen Franken.

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