Luzerner Therapie-Institut stellt Betrieb nach über 80 Jahren ein

14.8.2019 - 10:08, SDA

Das Institut für Heilpädagogik und Psychotherapie (IHP) Luzern stellt Ende August den Betrieb ein. Das Vereinsvermögen ist in den letzten zehn Jahren geschrumpft, trotz einer Umstrukturierungen sei es nicht gelungen, eine Nachfolgeorganisation aufzustellen.

Das IHP Luzern müsse den Betrieb in seiner heutigen Form per Ende August 2019 schliessen, teilte der Verein mit. Die Institution existiert seit 1932. Sie ist ein psychotherapeutisches Kompetenzzentrum in der Zentralschweiz. Das IHP bietet Beratung und Therapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Weiterbildung für Fachpersonen.

Zwar verlief das Geschäftsjahr 2018 mit 525 Neuanmeldungen erfreulich. Das IHP hatte 629 Klientinnen und Klienten inklusive Weiterbildung. Trotz grosser Nachfrage kämpfe das Institut seit langem mit finanziellen Sorgen. Die letzte Vereinsrechnung wies einen Reinverlust von 75'000 Franken auf.

Es sei dem Verein nicht mehr möglich, künftig die Löhne zu bezahlen, sagte Präsident Erwin Hofstetter auf Anfrage. Zehn Therapeutinnen und Therapeuten sowie zwei Personen auf dem Sekretariat arbeiten für das IHP, das unter anderem auf Traumatherapie spezialisiert sei.

Das Angebot ergänzt die staatlichen Einrichtungen. Behandlungskosten werden nicht immer oder nur teilweise von der Krankenkasse, Opferhilfe oder der IV übernommen. Der Verein finanzierte sich über Mitgliederbeiträge und Spenden. Es sei immer schwieriger geworden, Geld zu erhalten. Die verrechenbaren Beiträge seien zudem knapp, sagte Hofstetter.

Entscheid im Herbst

Um den Betrieb zu gewährleisten, wäre man als wachsende Organisation auf ein genügend grosses Vereinsvermögen angewiesen. Aus wirtschaftlichen Gründen mussten Umstrukturierungen vorgenommen werden. Neben Sparmassnahmen arbeiteten Vorstand und Team in den letzten Monaten an Zukunftslösungen, dafür sei die Zeit aber zu knapp gewesen.

Das IHP Luzern ist als Verein organisiert. Über dessen Zukunft entscheidet der Vorstand im Herbst. In den Bereichen Therapie und Weiterbildung seien Folgeangebote von einigen Therapeutinnen geplant.

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