Papierfabrik CPH will im Chemie- und Verpackungsgeschäft wachsen

SDA

23.2.2021 - 15:00

Aus Altpapier wird Neues in der CPH in Perlen: Das Unternehmen hat im Coronajahr allerdings unter tieferer Nachfrage etwa bei Zeitungen gelitten. (Archivbild)
Keystone

Die CPH Chemie + Papier Holding (CPH) hat im letzten Jahr deutlich weniger Umsatz gemacht als 2019. Vor allem die sinkenden Auflagen am Zeitungsmarkt setzten dem Papiergeschäft zu, auf das erstmals weniger als die Hälfte des Umsatzes entfiel. Die Chemie- und Verpackungssparten erhalten mehr Gewicht.

Die Verkäufe des Papier- und Verpackungsherstellers brachen im Jahr 2020 laut einer Mitteilung vom Dienstag um 15 Prozent auf 445,2 Millionen Franken ein. Währungsbereinigt belief sich der Rückgang auf knapp 11 Prozent. Damit hat sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte noch verschärft, nachdem CPH nach sechs Monaten bereinigt 8 Prozent weniger umgesetzt hatte.

Der Betriebsgewinn EBIT fiel um 56 Prozent auf 24,7 Millionen Franken zurück. Weniger deutlich war der Rückgang des Reingewinns (inklusive Minderheiten), der um 3 Prozent auf 47,0 Millionen Franken sank. Grund dafür sind Sondererträge von 26 Millionen Franken, die das Ergebnis begünstigten. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 1,80 Franken je Titel erhalten.

Papiermarkt unter Druck

Besonders die Nachfrage nach Papier litt in der Krise. Anlagen mussten im Frühjahr temporär abgestellt werden, und am Zeitungsmarkt gingen sowohl die Auflagen als auch der Umfang der Blätter zurück. Mit 439'000 Tonnen setzte CPH 15 Prozent weniger Zeitungsdruck- und Magazinpapier ab. Zugleich nahm der Preisdruck zu.

Der Umsatz der Papiersparte, wo CPH im Vorcoronajahr 2019 noch über die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet hatte, schrumpfte um knapp 29 Prozent auf 209,6 Millionen Franken. CPH senkte in der Sparte die Kosten, dennoch verblieb ein operativer Verlust (EBIT) von 2,0 Millionen Franken, dies nach einem Plus von 34,7 Millionen Franken 2019.

Erstmals steuerten die Sparten Chemie und Verpackung zusammen mehr als die Hälfte zum CPH-Umsatz bei, nämlich 53 Prozent. Unter Druck stand dabei jedoch auch das Chemiegeschäft. In der kleinsten Sparte ging der Umsatz um 6 Prozent auf 73,3 Millionen zurück. Der Bereich Verpackung profitierte dagegen von der hohen Nachfrage nach Medikamenten zur Selbstmedikation. Sein Umsatz wuchs um 6 Prozent auf 162,3 Millionen Franken.

Drei gleichgrosse Sparten

Die CPH-Führung geht davon aus, dass das Papiergeschäft weiter schrumpfen wird. Verwaltungsratspräsident Peter Schaub sagte an einer virtuellen Medienkonferenz, dass in einigen Jahren die drei Bereiche je ein Drittel zum Umsatz beitragen könnten. Ein explizites Ziel sei dies aber nicht.

Um die Abhängigkeit vom angestammten Papiergeschäft weiter zu verringern, sollen Chemie und Verpackung innerhalb von CPH mehr Gewicht erhalten. Für den Bereich Verpackung baut das Unternehmen in Brasilien eine neue Beschichtungsanlage. Um die Chemiesparte auszubauen, sucht CPH nach Firmen, die das bestehende Geschäft ergänzen. Zu einem Zukauf sei es bislang aber nicht gekommen, sagte CEO Peter Schildknecht. Meist seien die Preisvorstellungen der Verkäufer zu hoch gewesen.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet CPH nicht damit, dass der EBIT und der Nettogewinn ohne einmalige Erträge verbessert werden können. Insbesondere im Papier-Geschäft wird ein erneut tieferer EBIT erwartet.

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