Pflegezentrum Adligenswil vor Eröffnung in finanzieller Schieflage

SDA

18.1.2019 - 08:28

Das neue gemeindeeigene Pflegezentrum in Adligenswil, das am 5. Februar seinen Betrieb aufnimmt, braucht bereits eine Finanzspritze. Weil die Investitionen höher waren und die Belegung tiefer sein dürfte als angenommen, sprach der Gemeinderat ein zusätzliches Darlehen und beantragt den Stimmberechtigten eine Kapitalerhöhung.

Das neue Pflegezentrum Riedbach wird von einer gemeindeeigenen Aktiengesellschaft betrieben. Die Gemeinde hatte es mit einem Aktienkapital von 1,5 Millionen Franken und einem rückzahlbaren Darlehen von 2,9 Millionen Franken ausgestattet.

Nun habe sich herausgestellt, dass dieser finanzielle Rahmen von 4,4 Millionen Franken nicht genügend gross bemessen sei, teilte der Gemeinderat am Freitag mit. Der Finanzierungsbedarf sei mindestens 2,2 Millionen Franken grösser.

Der Gemeinderat will die Stimmberechtigten deswegen am 19. Mai 2019 eine Aktienkapitalerhöhung zur Genehmigung unterbreiten. Wie hoch diese sein werde, sei noch nicht ermittelt, teilte er mit. Ferner habe er das Gemeindedarlehen um 0,8 Millionen Franken auf 3,7 Millionen Franken erhöht. Der Verwaltungsrat der AG habe zudem weitere Massnahmen zur Sicherstellung der Liquidität ergriffen.

Ein Grund für die finanzielle Schieflage ist gemäss des Gemeinderates, dass die vom Businessplan vorgesehenen Investitionen von 3,25 Millionen Franken nicht eingehalten werden konnten. Die eingeholten Offerten beliefen sich auf 4,5 bis 5,0 Millionen Franken. Die Investitionen seien darauf überprüft worden und dürften sich bei 4 Millionen Franken einpendeln, heisst es in der Mitteilung.

Wegen den höheren Investitionen steige auch der Abschreibungsaufwand. Dazu kommt, dass die Bettenauslastung zu optimistisch eingeschätzt wurde. Die Hoffnung, dass Personen, die in anderen Institutionen untergebracht sind, ins neue Pflegezentrum wechseln wollten, hat sich offenbar nicht erfüllt.

Das erste positive Betriebsjahr dürfte in der Folge erst 2022 erreicht werden. Der Finanzplan sieht bis 2026 einen kumulierten Verlust von mindestens 1,9 Millionen Franken vor.

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