Sicherheit

Ruswil und Escholzmatt LU kämpfen für ihre Polizeiposten

rl, sda

27.1.2022 - 11:53

Luzerner Landgemeinden befürchten, dass Polizeiautos bei ihnen weniger oft als heute zu sehen sind. (Symbolbild)
Keystone

Luzerner Landgemeinden wehren sich gegen eine mögliche Schliessung ihrer Polizeiposten. Der Gemeinderat von Ruswil hat in der Bevölkerung eine Umfrage lanciert, die Exekutive von Escholzmatt will ein klärendes Gespräch mit dem Kanton, wie sie am Donnerstag mitteilten.

rl, sda

27.1.2022 - 11:53

Die Luzerner Polizei reorganisiert sich. Teil des Projekts ist eine Reduktion der Zahl der Polizeiposten. Durch den Abbau der festen Standorte sollen Kapazitäten für zusätzliche Patrouillen geschaffen werden.

Der Regierungsrat hat die Pläne am Dienstag gegenüber dem Kantonsrat damit begründet, dass das Postennetz veraltet und kleine, selten besetze Posten bei der Ereignisbewältigung nur eine untergeordnete Rolle spielten. Sei die Polizei vermehrt unterwegs, sei sie sichtbarer, und sie könne auf dem Land die Interventionszeiten verkürzen. Die Regierung versprach, dass die Polizei weiterhin in den Dörfern präsent sei und auch Schulwege überwachen werde.

Das Kantonsparlament widersetzte sich der Reorganisation nicht, bezeichnete aber die Kommunikation der Polizei als mangelhaft. Diesbezüglich gibt es auch Kritik aus den Gemeinden.

Aus den Medien erfahren

Er habe aus den Medien von den Änderungen erfahren, teilte der Gemeinderat von Escholzmatt mit. Der Gemeinderat von Ruswil zeigte sich erstaunt, dass die Gemeinden nicht früher involviert worden seien.

Offiziell bekannt sei noch nicht, welche Posten von einer Schliessung betroffen seien, teilte der Gemeinderat von Ruswil mit. Auf Grund von Aussagen der Luzerner Polizei sei jedoch davon auszugehen, dass auch der Polizeiposten in Ruswil gefährdet sei.

Auch in Escholzmatt herrscht Unsicherheit. Es seien noch sehr viele Fragen offen, erklärte der Gemeinderat der Entlebucher Gemeinde. Er habe deswegen Regierungsrat Paul Winiker (SVP) und Polizeikommandant Adi Achermann umgehend zu einem klärenden Gespräch aufgefordert.

Längere Interventionszeiten

Beide Gemeinderäte gehen davon aus, dass es bei einer Schliessung der Posten auf dem Land länger dauern werde, bis die Polizei vor Ort sei. Die Patrouillenarbeit werde sich unweigerlich auf die Ballungszentren konzentrieren, hiess es aus Ruswil. Escholzmatt verwies auf seine periphere Lage an der Grenze zum Kanton Bern.

Weitere Befürchtungen der Landgemeinden gehen dahin, dass Prävention, Präsenz und Beratung in den Hintergrund geraten, wenn die Polizei nur noch als Interventionseinheit agiere. Die sehr gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden des Postens könnte nicht im gleichen Ausmass fortgeführt werden.

Während der Gemeinderat von Escholzmatt auf ein klärendes Gespräch mit dem Regierungsrat setzt, hofft die Exekutive auf die Unterstützung der Bevölkerung. Sie ruft diese auf, an einer Umfrage teilzunehmen. In dieser kann angegeben werden, ob der Polizeiposten in Ruswil erhalten bleiben solle oder nicht.

rl, sda