Preise

Schwyzer Chlefeler und Romooser Holzköhler ausgezeichnet

rl, sda

20.1.2022 - 17:00

Wettbewerb im Chlefelen 1987 in Muotathal: Der Brauch ist nicht nur im Hauptort Schwyz, sondern in der ganzen Innerschwyz verbreitet. (Archivaufnahme)
Keystone

Die Albert Koechlin Stiftung (AKS) hat am Donnerstag an vier kulturelle und touristische Organisationen Anerkennungspreise im Gesamtwert von 160'000 Franken vergeben. Unter den vier Preisträgern sind auch die Schwyzer Chlefeler und die Romooser Holzköhler.

rl, sda

20.1.2022 - 17:00

Die Zeit vor Ostern ist in Schwyz nicht nur die Zeit des Fastens, sondern auch des Chlefelens. Mit Hilfe von zwei Holzplättchen, die sie zwischen den Fingern halten, erzeugen Schulkinder durch gekonntes Schütteln der Hand ein rhythmisches Klappern.

Die AKS zeichnete nun den Verein aus, der seit 2001 dafür sorgt, dass dieser Brauch erhalten bleibt und die Kinder das Chlefelen lernen. Der Verein «S'Chlefele Schwyz läbt» unterrichtet Kinder und organisiert jeweils eine Woche vor Karfreitag einen Wettbewerb, an dem sich jährlich gegen 200 Kinder (und auch Erwachsene) messen.

Merksprüche

Aufgeschriebene Chlefele-Rhythmen gibt es nach Angaben des Vereins S'Chlefele läbt nur noch wenige. Zudem seien die Notate kompliziert zu lesen. Damit die Rhythmen schnell gelernt werden könnten, würden sie mit Merksprüchen ergänzt.

Dem Erhalt einer alten Tradition verschrieben hat sich auch der Förderverein Köhlerei aus Romoos im Luzerner Napfgebiet. Die Holzköhlerei im Entlebuch steht seit 2011 als immaterielles Kulturerbe auf der Unesco-Liste der lebendigen Traditionen, den Förderverein gibt es seit 2018.

Identitätsstiftend

Die AKS schreibt in ihrer Würdigung, dass die Holzköhlerei eine sinnvolle Nutzung des einheimischen Holzes sei und Bauernfamilien einen Nebenverdienst bringe. Sie habe aber auch eine kulturelle Bedeutung und sei ein wichtiger Bestandteil der Identität von Romoos. Köhler und Chlefeler erhalten je 20'000 Franken.

Einen weiteren Anerkennungspreis in der Höhe von 60'000 Franken vergibt die AKS der Genossenschaft Bärghuis Schönbüel in Lungern OW. Das auf 2000 Meter über Meer gelegene Gasthaus und Hotel ist ab der Seilbahnstation Turren auf 1550 Meter über Meer zu Fuss zu erreichen und hat sich dem sanften Tourismus verschrieben.

Vierter Preisträger ist das 2006 gegründete Haus der Volksmusik in Altdorf UR, das ebenfalls 60'000 Franken erhält. Mit seiner Noten- und Plattensammlungen, mit seinen Kursen und Konzerten, sei es zu einer wichtigen Volksmusik-Drehscheibe der Schweiz geworden, erklärte die AKS.

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