Landrat UR

Urner Landrat spricht Geld für den Ausbau einer Wäscherei

kad, sda

11.11.2020 - 10:01

Für den Ausbau ihrer Wäscherei soll die Stiftung Behindertenbetriebe Uri vom Kanton Geld erhalten. (Symbolbild)
sda

Die Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) kann beim Ausbau ihres Wäschereigeschäfts mit Kantonsgeld rechnen. Der Landrat hat am Mittwoch für eine Anschubfinanzierung 2,1 Millionen Franken bewilligt. Für Fragen sorgte die Höhe der Hallenmiete.

Das Kantonsparlament bewilligte den Verpflichtungskredit einstimmig. Die SBU, eine Institution für Wohnen und Arbeiten für Menschen mit Beeinträchtigung, führt bereits heute eine Wäscherei. Dort arbeiten acht Menschen mit Beeinträchtigung.

Die SBU will die Wäscherei auf eine Kapazität von 600 Tonnen Wäsche jährlich ausbauen und dazu zusätzliche Räume mieten, da sie die Wäsche des Kantonsspitals Uri (KSU) übernehmen kann. So entstünden über 20 neue Arbeitsplätze, sechs Mitarbeitende der Wäscherei des KSU würden übernommen.

Das Projekt kostete knapp 4,5 Millionen Franken. Die SBU finanziere die Investitionen selber, benötige jedoch eine Anschubfinanzerung mit abgestuften Tranchen über sechs Jahre verteilt.

Regionale Lösung

Laut der Kommissionssprecherin hätte das Spital zwar etwa durch eine Auslagerung der Wäscherei ins Ausland ein günstigeres Angebot haben können. Doch begrüsse sie eine regionale Lösung. Zudem würden weitere Aufträge aus Gastronomie und Hotellerie in Aussicht stehen.

Diesen Aspekt stellte Michael Arnold (CVP) in Frage. Er zweifelte einen rentablen Betrieb an, da das Wäschereigeschäft rückläufig sei und unter Preisdruck leide.

Sozialdirektor Christian Arnold (SVP) versicherte, es sei nicht nur ein sozialer Aspekt, die SBU biete auch marktfähige Preise. «Natürlich kann sie nicht mit einem ausländischen Anbieter mithalten, aber da hoffen wir auch auf das einheimische Gewerbe», sagte Arnold. Zwar gebe es noch keine Absichtserklärungen mit Hotels, etwa in Andermatt, aber das Marktpotenzial sei «absolut realistisch».

Marktübliche Miete

Der Ausbau der Wäscherei wurde allenthalben positiv bewertet. Die CVP nannte ihn eine «ökologische und nachhaltige Lösung», die SVP sprach von einem «lobenswerten Projekt». SVP-Fraktionssprecherin Claudia Brunner verschwieg aber nicht, dass die Jahresmiete für die Halle für Kritik gesorgt habe. Auch Adriano Prandi (SP/Grüne) sagte, die 251'000 Franken erscheinen im persönlich als extrem viel.

Regierungsrat Arnold erwiderte, es handle sich um einen marktüblichen Preis. Zudem sei berücksichtigt, dass die Hallenbesitzer rund 500'000 Franken ins Gebäude investieren würden. Ein Neubau dagegen hätte 15 Millionen Franken gekostet.

Die gewählte Lösung sei sowohl für die SBU als auch für den Kanton eine Chance. Die Restkostenfinanzierung des Kantons pro geleisteter Arbeitsstunde könne gesenkt werden.

Das Geschäft kommt nun an die Urne, da neue Ausgaben des Kantons von mehr als 1 Million Franken der obligatorischen Volksabstimmung unterliegen.

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