Wassereinbruch verzögert Stollenbau in Obwalden um vier Monate

kad, sda

18.11.2021 - 15:57

Gestein aus dem Hochwasserstollen schafft Flachwasserzonen im Alpnachersee.
Keystone

Die Tunnelbauer des Hochwasserentlastungsstollens zwischen Alpnach und Sachseln OW haben das anspruchsvolle Schrattenkalkgestein zwar hinter sich. Wegen eines Wassereinbruchs auf den ersten 2000 Metern verzögert sich der Durchschlag aber um vier Monate.

kad, sda

18.11.2021 - 15:57

Die Tunnelbohrmaschine erreiche nun weichere Schiefer- und Mergelschichten, teilte die Obwaldner Baudirektion am Donnerstag anlässlich eines Medienrundgangs mit. Die Bohrarbeiten für den 6,5 Meter langen Hochwasserstollen waren im Januar gestartet.

Im Mai traf die Bohrmaschine auf einen Karsthohlraum, aus dem seither etwa 200 Liter Wasser pro Sekunde in den Tunnel strömt, was Entlastungsbohrungen nötig machte. Dies verzögerte den Bau um knapp vier Monate, womit der Durchschlag in Sachseln nicht wie ursprünglich geplant im Juni 2022, sondern im Oktober 2022 stattfinden werde.

Die finanziellen Auswirkungen seien noch unklar. Dazu laufen sowohl beim Kanton als auch beim Unternehmer Abklärungen und Berechnungen. Anschliessend müssten die Kosten mit dem Unternehmer verhandelt werden.

Seeschüttungen von Land aus

Mit dem Stollen soll der Sarnersee bei Hochwasser entlastet werden. Er wird bis zu 100'000 Liter Wasser pro Sekunde Wasser aus dem Sarnersee aufnehmen und ableiten und damit Überschwemmungen verhindern können. Das Hochwasserschutzprojekt dürfte gemäss letzten Schätzungen der Regierung über 144 Millionen Franken kosten.

Teil des Projektes sind zudem Aufschüttungen im Alpnachersee, womit Flachwasserzonen entstehen. Die Schüttungen vom Schiff aus mit Gestein aus dem Projekt Kraftwerkserneuerung Ritom TI sind abgeschlossen. Auf das wasserbeständige Material, das seit 2019 am Südufer des Sees abgelagert wurde, wird nun Gestein aus dem Stollenvortrieb geschüttet.

Das Ausbruchmaterial aus dem rund drei Kilometer entfernten Hochwasserentlastungsstollen wird per Lastwagen zum Alpnachersee gefahren. Während rund einem Jahr sind täglich 80 Fahrten nötig.

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