Wahlen 2019

Zwei Zentralschweizer Frauen mehr im Nationalrat

SDA

21.10.2019 - 16:45

Sieben der 19 Zentralschweizer Nationalratsmandate sind künftig von Frauen besetzt. Der Frauenanteil stieg somit von 25 auf 36,8 Prozent. Obwalden und Zug schicken erstmals eine Frau nach Bundesbern, in Uri schaffte zum ersten Mal eine Frau die Wahl in den Ständerat.

Die Freude war gross am Sonntagnachmittag, sowohl in Sarnen als auch in Zug. In beiden Kantonen schafften zwei Frauen Historisches, sie wurden als jeweils erste Frau dieser Stände überhaupt in ein eidgenössisches Parlament gewählt. In Obwalden gelang dies SVP-Kantonsrätin Monika Rüegger, in Zug alt Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard von der Alternative – die Grünen.

Manuela Weichelt-Picard ist 52 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Töchtern und lebt in Zug. Von 2007 bis 2019 war sie Regierungsrätin im Kanton Zug. Von 1994 bis 2002 war sie als Vertreterin der Steinhauser Partei «Frische Brise» Zuger Kantonsrätin.

Monika Rüegger ist 51 Jahre alt, verheiratet, Mutter von vier Söhnen und lebt in Engelberg. Die Metallbauplanerin ist Präsidentin der SVP-Kantonalpartei und sitzt seit zehn Jahren im Obwaldner Kantonsrat.

Rüegger holte am Sonntag den Sitz zurück, den die Obwaldner SVP 2011 nach nur einer Legislatur an CSP-Kandidat Karl Vogler abgeben musste. Weichelt-Picard gewann den Sitz zurück, den ihre Partei ebenfalls vor acht Jahren der FDP abtreten musste.

Die anderen fünf Zentralschweizer Nationalrätinnen schafften die Wiederwahl. Es sind dies aus dem Kanton Luzern Ida Glanzmann und Andrea Gmür von der CVP, Prica Birrer (SP) sowie Yvette Estermann (SVP) und aus dem Kanton Schwyz FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi. In der vergangenen Legislatur hatten die Zentralschweizer Kantone zusammen 20 Sitze, fünf waren von Frauen besetzt.

Erste Urner Ständerätin

Historisches ereignete sich am Sonntag auch in Uri: Und zwar vertritt mit Heidi Z'graggens (CVP) Wahl erstmals eine Frau den Kanton Uri im Ständerat. Die bisher einzige Urnerin auf dem nationalen Parkett war FDP-Nationalrätin Gabi Huber. Diese war auch erste Urner Regierungsrätin, erste Frau Landammann und erste Nationalrätin des Kantons Uri. Sie sass von 2003 bis 2015 in der grossen Kammer.

Ob Heidi Z'graggen die einzige Zentralschweizer Frau im Stöckli sein wird, ist noch unklar. Die zweiten Wahlgänge in Zug und Luzern werden dies entscheiden. In Schwyz kommt es zwar zu einem zweiten Wahlgang, dort lag die einzige Frau, die polnische Auslandschweizerin Honorata Züger, aber weit hinter den vier nicht gewählten Männern zurück.

In Zug traten im ersten Wahlgang drei Frauen an. Tabea Zimmermann Gibson (ALG) und Barbara Gysel (SP) landeten auf Platz vier und fünf. Zusammen kommen sie auf 16'098 Stimmen und somit gefährlich nahe an die beiden sich in Poleposition befindenden Matthias Michel (FDP) mit 16'852 Stimmen und Heinz Tännler (SVP) mit 16'769 Stimmen. SP und ALG kündeten an, die links-grünen Kräfte im zweiten Wahlgang zu bündeln. Andrea Sidler Weiss (parteilos) wird wohl nicht mehr antreten.

Noch grösser sind die Chancen in Luzern, dass bei der Stichwahl eine Frau den zweiten Ständeratssitz ergattern wird. Die 55-jährige Geschäftsführerin und Nationalrätin Andrea Gmür (CVP) verpasste im ersten Wahlgang zwar das absolute Mehr, kam mit 54'861 Stimmen aber auf den zweiten Platz und liess Nationalrat Franz Grüter (SVP) mit 38'358 Stimmen deutlich zurück. Noch weiter zurück lagen Monique Frey (Grüne, 30'322 Stimmen) und Michèle Graber (GLP, 9334 Stimmen).

Nidwalden hat in seiner Geschichte übrigens bisher erst eine Frau nach Bundesbern entsandt: CVP-Frau Marianne Slongo, die 1999-2007 im Stöckli sass. Dieses Jahr waren für beide Kammern aber nur Männer aufgestellt (und gewählt worden).

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