Deutlich mehr Fälle – St. Galler Regierung bereitet Massnahmen vor

SDA

4.7.2020 - 12:42

Der St. Galler Regierungspräsident Bruno Damann begrüsst die vom Bundesrat angeordnete Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr, wie er an einer Medienorientierung am Samstag sagte. (Archivbild)
Source: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Im Kanton St. Gallen haben die Corona-Ansteckungen zuletzt stark zugenommen. In der vergangenen Woche gab es 39 neue Fälle. Wenn sich das Virus weiter ausbreitet, will die Regierung zuerst lokal und dann auch kantonsweit strikte Massnahmen verhängen.

Regierungspräsident und Gesundheitsdirektor Bruno Damann sowie Justiz- und Polizeidirektor Fredy Fässler informierten am Samstag vor den Medien über das geplante Vorgehen. «Wir sprechen noch nicht von einer zweiten Welle», sagte Damann. Man bereite sich auf verschiedene Szenarien vor.

Zuerst punktuell eingreifen

Sollten die bestätigten Corona-Infektionen über mehrere Tage auf 30 bis 40 Fälle pro Tag steigen, will die Regierung lokale Massnahmen anordnen. Laut Damann könnte zum Beispiel eine einzelne Fabrik geschlossen oder eine betroffene Schulklasse unter Quarantäne gestellt werden.

Sollte sich die Lage so weit verschlimmern, dass ein Contact-Tracing nicht mehr funktionieren würde, will die Regierung kantonsweit strenge Massnahmen anordnen: Etwa eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Solche Massnahmen müssten mit den anderen Kantonen abgestimmt werden, wie Damann sagte.

Er sei froh, dass der Bundesrat eine Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr beschlossen habe. Nun gelte es, «mit Vernunft eine zweite Welle zu verhindern». Der Regierungspräsident appellierte an die Bevölkerung, sich diszipliniert an die bekannten Massnahmen zu halten.

Appell an Ferienreisende

Ferienreisende, die aus einem Risikogebiet in die Schweiz zurückkehren, sollen sich unbedingt an die Quarantänevorschrift halten. Damann forderte auch die Arbeitgeber auf, dies wenn möglich zu kontrollieren. Er appellierte auch an die Klubbetreiber, ihre Verantwortung wahrzunehmen.

In den Klubs bestehe ein relativ hohes Ansteckungsrisiko. Seien zu Beginn der Coronapandemie mehrheitlich ältere Personen am Virus erkrankt, würden jetzt vermehrt jüngere Leute positiv getestet. Da sich diese zumeist in einem grossen Umfeld bewegten, sei auch das Contact-Tracing aufwendiger geworden.

Für allfällige neue Sofortmassnahmen zur Bekämpfung der Pandemie hat die St. Galler Regierung einen zusätzlichen Kredit von zwei Millionen Franken bewilligt, wie Regierungsrat Fredy Fässler sagte. Zudem könne der kantonale Führungsstab wenn nötig Zivilschutz-Angehörige aufbieten.

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