Spital-Schliessung

Einzelne Kündigungen am Spital Appenzell – Sozialplan verabschiedet

ny, sda

29.1.2021 - 11:03

Die Schliessung der Bettenstation am Spital Appenzell wird beim Personal zu einzelnen Entlassungen führen. Die Standeskommission hat für Härtefälle einen Sozialplan verabschiedet (Archivbild).
Keystone

Die Schliessung der Bettenstation am Spital Appenzell Ende Juni 2021 wird beim Personal zu einzelnen Kündigungen führen. Die Innerrhoder Standeskommission (Regierung) hat für die Betroffenen einen Sozialplan verabschiedet.

Dies teilte die Standeskommission am Freitag mit. Wie viele der gut 60 Angestellten des Spitals nicht mehr in Appenzell weiter beschäftigt werden, konnte Säckelmeister (Finanzdirektor) Ruedi Eberle auf Anfrage nicht sagen. Dies hänge von der geplanten Neuausrichtung des Spitals als Gesundheitszentrum ab, erklärte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Interne Lösungen für Personal

Für einige Angestellte könnten voraussichtlich interne Lösungen gefunden werden, schreibt der Kanton. «Ein Teil des Personals wird sich aber neu orientieren müssen.» Da medizinisches Fachpersonal auf dem Arbeitsmarkt gefragt sei, dürften die meisten betroffenen rasch eine neue Stelle finden.

In Einzelfällen werde es aber wahrscheinlich zu Kündigungen durch das Gesundheitszentrum kommen, heisst es im Communiqué. Dadurch könnten auch Anstellungslücken entstehen. Ruedi Erberle rechnet mit höchstens etwa zehn Kündigungen, wie er sagte.

In Härtefällen soll der Kanton Leistungen zur Abfederung der finanziellen Konsequenzen zahlen. Zudem würden Betroffene wenn nötig bei der Stellensuche unterstützt. Der Standeskommission ist es laut Communiqué wichtig, «die Spitalangestellten in dieser schwierigen Zeit zu begleiten und die nötige Unterstützung zu bieten».

Regierung stoppte Neubau

Die Innerrhoder Regierung hatte die Schliessung der stationären Abteilung am Spital Appenzell im vergangenen November angekündigt. Sie stoppte den geplanten Bau eines neuen Spitals, obwohl die Landsgemeinde 2018 dafür einen Kredit von 41 Millionen Franken gutgeheissen hatte.

Die Regierung beurteilte die Fortführung des Neubauprojekts als «nicht realistisch», wie sie in ihrer Botschaft zu einem neuen Landsgemeinde-Beschluss schreibt. Die stationären Fallzahlen seien zurückgegangen, die Betriebsdefizite gestiegen. Zudem kündigte der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) im vergangenen November seine Zusammenarbeit mit dem Spital Appenzell.

Nach dem Willen der Regierung soll die Landsgemeinde am 25. April über den Verzicht auf die Fortsetzung des Spital-Neubauprojekts entscheiden. Der Innerrhoder Grosse Rat berät die Vorlage am 8. Februar. Die Kommission für öffentliche Bauten, Verkehr, Energie, Raumplanung und Umwelt will die Vorlage zurückweisen.

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