Keine kantonalen Massnahmen gegen frühe Vergaben von Lehrstellen

SDA

26.11.2018 - 16:16

In einem Vorstoss aus den Reihen der CVP wurde kritisiert, dass im Kanton St. Gallen Lehrverträge viel zu früh abgeschlossen werden. Die Regierung solle Massnahmen prüfen. Die Ratsmehrheit lehnte das Postulat ab.

Früher habe es mehr Schulabgängerinnen und Schulabgänger als Lehrstellen gegeben, heute sei es umgekehrt. Dies habe dazu geführt, dass die Betriebe die Lehrverträge so früh wie möglich abschlössen, heisst es im Postulat.

Die Schülerinnen und Schüler kämen unter Druck, möglichst rasch eine Lehrstelle zu finden. Dadurch werde eine seriöse Berufswahl stark beeinträchtigt und es komme zu Fehlentscheidungen. Kaum ein Lehrbetrieb halte sich noch an den einst vereinbarten Stichtag, den 1. September, für die Vergabe von Lehrstellen.

Die Regierung lehnte den Vorstoss ab: Es sei ein langjähriger Erfahrungswert, dass das Problem mit der frühen Lehrstellenvergabe nicht durch steuernde Massnahmen beseitigt werden könne. Ein Postulat löse das Problem nicht, sagte Bildungschef Stefan Kölliker (SVP) in der Novembersession.

Man habe wenig Verständnis dafür, dass die Regierung das Thema nicht aufnehmen wolle, erklärte ein Sprecher der CVP. Man solle mögliche Massnahmen zumindest prüfen. Die Ratsmehrheit lehnte den Vorstoss mit 72 gegen 37 Stimmen bei drei Enthaltungen ab.

Zurück zur Startseite

SDA