Nur schriftliche Maturitätsprüfungen an den Bündner Gymnasien

SDA

30.4.2020 - 13:02

Graubünden führt wie die Mehrheit der Kantone die Maturitätsprüfungen an den Gymnasien dieses Jahr wegen der Corona-Krise nur in schriftlicher Form durch. Die ersten Prüfungen finden ab dem 11. Mai statt.

Die Prüfungen werden unter Schutzmassnahmen abgehalten, wie die Bündner Kantonsregierung am Donnerstag bekanntgab. Auf mündliche Prüfungen werde wegen unterschiedlicher und komplexer Strukturen verzichtet, sagte Hans Peter Märchy, Leiter des Amtes für höhere Bildung, an der per Video übertragenen Medienkonferenz in Chur.

An den Fachmittelschulen werden die schriftlichen Abschlussprüfungen abgehalten. Ob auch mündlich examiniert wird, ist von einem noch ausstehenden Beschluss der Schweizerischen Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren abhängig. Bei der eidgenössischen Berufsmaturität beschloss der Bundesrat, schweizweit auf kantonale Prüfungen zu verzichten.

In den obligatorischen Schulen startet der Präsenzunterricht in Graubünden ab dem 11. Mai im Rahmen des regulären Stundenplans. Am (morgigen) Freitag sollen die Schulen mit den Rahmenvorgaben bedient werden sowie Planungshilfen erhalten für die Schutzmassnahmen.

Meldepflicht für Zweitwohnungsbesitzer aufgehoben

Im Zusammenhang mit den vom Bundesrat angeordneten Lockerungen hob die Kantonsregierung die Meldepflicht für Zweitwohnungsbesitzer auf. Regierungsrat Marcus Caduff (CVP) erklärte, die Meldepflicht habe nicht der Überwachung gedient. Sie habe vielmehr medizinische Gründe gehabt, denn in Graubünden gebe es immerhin rund 50'000 Ferienwohnungen.

Bedauern äusserte Caduff, dass den Bergbahnen nach wie vor die Planungssicherheit für die anstehende Sommersaison fehle. Ein Entscheid, wie es weitergehe, sei am 27. Mai zu erwarten.

Während die Hotellerie kommenden Sommer laut Caduff mit einem blauen Auge davon kommen könnte, gibt es für die Wintersaison eine Menge noch offener Fragen. Unsicher ist vor allem, inwieweit es in ein paar Monaten mit der internationalen Reisefreiheit steht.

In medizinischer Hinsicht wird die Rückverfolgung von Ansteckungen mit dem Coronavirus wieder aufgenommen. Kantonsärztin Marina Jamnicki sagte, Graubünden werde als Pilotkanton bei der Einführung der Tracing-App des Bundes mitmachen.

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