St. Galler Regierung: Drei Kandidierende kämpfen um zwei Sitze

SDA

14.4.2020 - 10:48

Am nächsten Sonntag werden im Kanton St. Gallen zwei weitere Mitglieder der siebenköpfigen St. Galler Regierung bestimmt. Drei Kandidierende, zwei Männer und eine Frau, stellen sich zur Wahl. Der Wahlkampf fand vor allem auf digitalen Kanälen und in den Leserbriefspalten statt.

Während der Coronakrise ging der laufende Wahlkampf im Kanton St. Gallen fast etwas vergessen: Am 19. April werden die beiden noch ausstehenden Sitze im Regierungsrat vergeben. Es bewerben sich Laura Bucher (SP), Michael Götte (SVP) und Beat Tinner (FDP).

Die SP möchte den Sitz der abtretenden Gesundheitschefin Heidi Hanselmann verteidigen, die FDP jenen des Kulturchefs Martin Klöti, der ebenfalls nicht mehr antritt. Als stärkste politische Kraft im Kanton erhebt die SVP Anspruch einen zweiten Sitz in der Regierung.

Nach dem ersten Wahlgang lag Michael Götte (SVP) mit 48'927 Stimmen rund 5000 Stimmen hinter dem absoluten Mehr, gefolgt von Beat Tinner (FDP) mit 47'430, Laura Bucher (SP) mit 46'904 und Rahel Würmli (Grüne) mit 40'980 Stimmen. Die Grünen verzichteten danach auf eine erneute Kandidatur.

Die inhaltliche Auseinandersetzung beschränkte sich in den letzten Wochen fast ausschliesslich auf die Leserbriefspalten. Wahlpodien wurden reihenweise abgesagt. Das Kulturlokal Palace lud erstmals zu einem Homeoffice-Wahlpodium. Die drei Kandidierenden diskutierten auf einem Youtube-Kanal. Daneben fütterten sie fleissig die sozialen Medien.

Mobilisierung ist entscheidend

Im zweiten Wahlgang könnte die Forderung nach einer zweiten Frau in der St. Galler Regierung eine entscheidende Rolle spielen. In der aktuellen Situation ist es zudem kein Nachteil, dass sich die SP stets gegen den geplanten Abbau bei den St. Galler Regionalspitälern gewehrt hat. Bei den beiden Kandidaten ist Michael Götte wegen des deutlich höheren Wähleranteils der SVP eher im Vorteil. Es wird allerdings entscheidend sein, wer seine Wählerschaft zur brieflichen Stimmabgabe bewegen kann.

Am 8. März war als einzige Neue die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann von der CVP neben den vier Bisherigen im ersten Wahlgang gewählt worden. Die CVP unterstützt nun im zweiten Wahlgang den Kandidaten der FDP, die Grünen die Kandidatin der SP und die Grünliberalen haben sich für Bucher (SP) und Tinner (SVP) ausgesprochen.

Bei den Kantonsratswahlen vom 8. März verlor die SVP fünf Sitze. Mit 35 Parlamentariern bleibt sie die grösste Fraktion im 120-köpfigen Rat. Die CVP kommt neu auf CVP 27 Sitze (+1), die FDP auf 22 (-4) und die SP 19 Sitze (-2). Die Grünen können mit 9 Sitzen (+4) in Zukunft eine eigene Fraktion bilden. Die GLP verpasste dieses Ziel mit 6 Sitzen (+4) knapp.

Aufgrund der Coronapandemie bleiben am kommenden Sonntag die Wahlurnen geschlossen. Auch das Wahlzentrum musste aufgrund der geltenden Einschränkungen abgesagt werden.

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