St. Galler Spitalplanung: Kosten für PwC-Berater unter Verschluss

SDA

17.5.2019 - 08:21

Der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde hat PricewaterhouseCoopers (PwC) mit einem umfassenden Mandat engagiert. Über die Kosten gibt er keine Auskünfte. Auch bei den Alternativkonzepten der Gemeinden arbeiten externe Experten mit.

Für die Strategie eines Unternehmens ist jeweils der Verwaltungsrat zuständig. Im Fall des St. Galler Spitalverbundes handelt es sich um ein neunköpfiges Gremium, dessen Tätigkeit abgegolten wird.

Im letzten Jahr erhielt der Verwaltungsrat laut Geschäftsbericht insgesamt Grundentschädigungen von rund 524'200 Franken, dazu Taggelder von 200'200 Franken. Nicht eingerechnet sind Spesen und Sozialversicherungsbeiträge.

Grossauftrag für PwC

Nachdem die schlechten Zahlen für das Halbjahr 2017 der Spitäler vorlagen, begann der Verwaltungsrat mit der Ausarbeitung eines Grobkonzepts, das dann im Mai 2018 Politik und Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Angeheuert wurde dafür die Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC).

Der Verwaltungsrat habe PwC sowohl für die Begleitung des Grobkonzepts als auch für die Begleitung der laufenden Erarbeitung des Detailkonzepts engagiert, bestätigt Andreas Eisenring, Leiter der Geschäftsstelle des Verwaltungsrats, auf Anfrage von Keystone-SDA.

Dazu kommen weitere Aufträge: Letzte Woche gab der Verwaltungsrat Sofortmassnahmen für die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg bekannt. Unter anderem wird ab November 2019 in Wattwil nicht mehr operiert. Zehn bis zwölf Stellen werden im dortigen Spital abgebaut. Dieses Sanierungsprojekt stelle einen gesonderten Auftrag an die PwC dar, ergänzt Eisenring.

Zahlen nicht offengelegt

Keine Auskünfte gibt es zu den bisherigen Aufwendungen für die Berater von PwC – auch nicht zur Grössenordnung der Ausgaben. «Das ist eine Angelegenheit zwischen dem Verwaltungsrat und der PwC», antwortet Eisenring. Auf nochmalige Nachfrage erklärt er, es seien noch andere Anbieter auf dem Markt, deshalb werde man die Zahlen nicht publizieren. «Wir möchten dies nicht offen legen.»

Auf externe Experten setzen auch die Gemeinden, deren Spitäler von der Schliessung bedroht sind. Beim Alternativkonzept für das Spital Altstätten arbeitete Andreas Faller mit, ein Anwalt mit einem Büro in Basel, das sich auf Beratungen im Gesundheitswesen spezialisiert hat. Faller ist unter anderem Verwaltungsrat im Kantonsspital Baselland.

Seine Beratung sei von der Stadt finanziert worden, erklärte Ruedi Mattle, Stadtpräsident von Altstätten. Der Stadtrat habe dazu einen Antrag genehmigt und sei in die Arbeit eingebunden gewesen.

Budgetposten überschritten

Ende März war das Alternativkonzept für das Spital Wattwil präsentiert worden. Daran hatte die Aargauer Expertin für Gesundheitsorganisationen, Monika Merki Frey, mitgearbeitet. Sie war auch bei der Präsentation vor den Medien dabei. Die Aufwände von Monika Merki würden über die Gemeinde finanziert, sagt der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner.

Unter dem Titel «Förderung Gesundheitsstandort» habe man bereits für das letzte Jahr eine Budgetposition veranschlagt, die im März 2018 von der Bürgerversammlung verabschiedet wurde – «also bevor der Wirbel losging», so Gunzenreiner. Aufgrund der Ereignisse sei dieses Budget überschritten worden. Für allfällige Arbeiten sei im 2019 wieder ein Betrag eingestellt worden.

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