Verschimmelter Broccoli – Ausserrhoder Beiz muss schliessen

ka, sda

20.7.2021 - 09:20

Verschimmelter Broccoli, verdorbener Mozzarella, die Liste der Beanstandungen nach der Kontrolle eines Ausserrhoder Gastbetriebs ist lang.
Keystone

Zuerst sind in einem Ausserrhoder Restaurant gravierende Mängel bei der Hygiene festgestellt worden, dann zeigte es sich auch noch, dass eine Angestellte ohne Bewilligung arbeitete. Die Folge war die vorübergehende Schliessung.

ka, sda

20.7.2021 - 09:20

Am 15. Juli führte die Lebensmittelkontrolle eine routinemässige Überprüfung des Gastrobetriebs durch. Dabei seien «zahlreiche verdorbene, überlagerte und verschimmelte Lebensmittel» entdeckt worden, die zudem bei zu hohen Temperaturen aufbewahrt wurden, teilte die Kantonskanzlei am Dienstag mit.

Weil eine Gefährdung der Gäste des Restaurant nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde die sofortige Schliessung angeordnet. Neben den hygienischen Mängeln stellten die Kontrolleure zahlreiche Missstände bei der Reinigung fest. Ihnen fielen auch täuschende Angaben über die Herkunft der Lebensmittel auf: Für importierte Lebensmittel konnten weder Lieferscheine noch Zollpapiere vorgelegt werden.

Dann wurde auch noch das Arbeitsinspektorat aufgeboten. Bei der Überprüfung einer Angestellten aus einem Drittland stellte sich heraus, dass sie bereits eine Woche im Betrieb arbeitete – allerdings ohne die benötigten Bewilligungen. Gegen sie wurde die Ausschaffungshaft sowie eine Einreisesperre verfügt. Der Gastwirt wird angezeigt, weil er gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz verstossen hat.

Mängel bereits behoben

Solch gravierende Fälle gebe es ein- bis dreimal pro Jahr, erklärte Kurt Seiler, Amtsleiter interkantonales Labor, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In diesem Fall sei noch dazugekommen, dass eine Angestellte wegen Schwarzarbeit erwischt wurde und dass es mit der Verzollung nicht gestimmt habe.

Mit einer Schliessung des Lokals gebe es für die Betreiber Zeit, die Mängel zu beheben. Es sei dann in deren Interesse, dies möglichst rasch zu tun – «nicht nur wegen der wirtschaftlicher Einbussen sondern auch wegen des Imageschadens», so Seiler.

Inzwischen sei der Gastbetrieb auf Vordermann gebracht worden und könne wieder geöffnet haben. Der Betreiber habe nach einer Nachkontrolle vor Ort grünes Licht erhalten. Dieser Ablauf sei nicht ungewöhnlich, versicherte Seiler. Länger dauere eine Schliessung vor allem dann, wenn bauliche Änderungen notwendig seien. Das Restaurant werde aber auch in Zukunft «mit engmaschigen und stets unangemeldeten Kontrollen rechnen müssen».