Etwas weniger neue Fälle für den Zürcher Ombudsmann

SDA

8.5.2019 - 11:02

Beim Zürcher Ombudsmann sind im vergangenen Jahr etwas weniger neue Fälle eingegangen: 845 Beschwerden über Verwaltungsentscheide hatte er neu auf seinem Pult. Im Vorjahr gingen 910 Beschwerden ein, also 65 mehr.

Die Beschwerden betreffen alle Direktionen. Eine nennenswerte Veränderung bei der Verteilung gebe es nicht, schreibt Ombudsmann Jürg Trachsel in seinem Jahresbericht, der am Mittwoch publiziert wurde. Einen leichten Rückgang gibt es einzig bei den Personalfällen.

«Fast schon systemimmanent» viele Beschwerden gibt es hingegen wegen des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Oft geht es darum, dass ein Passagier kein gültiges Ticket dabei hatte und aus irgendwelchen Gründen auf Kulanz des Personals besteht.

«Äusserst herzloser» ZVV-Kontrolleur

So war es auch im Fall des 13-jährigen Mädchens, das mit seinen Freundinnen ins Fussballtraining fahren wollte. Bevor es im Bus seine Mehrfahrtenkarte abstempelte, hielt es jedoch ein Schwätzchen mit den Freundinnen. Schon stand der Kontrolleur vor ihm und verhängte eine Busse von 100 Franken. Die 13-Jährige ging schliesslich weinend nach Hause.

Die Eltern fanden es «äusserst herzlos», dass beim ZVV so konsequent gegen Teenager vorgegangen werde. Schliesslich könne es ja mal passieren, dass das Billett wegen eines Gesprächs zu spät entwertet werde. Der Ombudsmann gab jedoch dem ZVV recht.

Passagiere seien angehalten, das Billett unmittelbar nach dem Einsteigen zu entwerten. Teenager könnten zudem nicht bevorzugt behandelt werden, weil dies dem Rechtsgleichheitsgebot widersprechen würde, schreibt Trachsel.

Der neue Ombudsmann Jürg Trachsel wurde im vergangenen Juli vom Kantonsrat in dieses Amt gewählt. Nach einer kurzen Einführung im August trat er die Aufgabe Anfang September 2018 an. Das vergangene Geschäftsjahr gestaltete er somit nur zu einem Drittel mit.

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