Gegner des Holzschlags am Uetliberg geben nicht auf

25.10.2018 - 15:59, SDA

Im Streit um den laufenden Holzschlag am Uetliberg hat sich nun auch die Fondation Franz Weber zu Wort gemeldet. Die Stiftung des Umweltschutzaktivisten fordert einen sofortigen Stopp des Holzschlags. Sie hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Argumente der Stadt Zürich widerlegt.

Auf einer Fläche von 29 Hektar sollen 2100 Bäume gefällt werden. Der Verein Pro Uetliberg und die Grünen Stadt Zürich kritisieren das Vorgehen der Stadt, als "konzeptlos, masslos, unökonomisch und erst noch unsachlich", wie die Grünen am Donnerstag mitteilten.

Dass die Arbeiten so umfangreich sind, liegt auch daran, dass die letzten Holzereiarbeiten am Denzlerweg 1978 stattgefunden haben. Weil das Gelände steil und unzugänglich ist, sind die Arbeiten so aufwändig, dass sie nur in grösseren Zeitabschnitten durchgeführt werden, begründet die Stadt die Massnahmen. Durchschnittlich erfolgt im Stadtwald alle sechs Jahre ein Eingriff.

Eine der Maximen im naturnahen Waldbau lautet: häufige und milde Eingriffe, wie es im nun vorliegenden Gutachten heisst. In diesem Falle seien viele dicke Buchen, Eschen und auch Eiben ohne plausiblen Grund zum Fällen angezeichnet oder bereits gefällt worden.

Redimemsionierung des Eingriffs

Das Argument der Stadt, dass lichtbedürftige Schmetterlinge und Orchideen gefördert werden sollen, zerpflückt das Gutachten. Dies sei mit 40 Jahren Hiebruhe nicht möglich: "Aus Sicht der Biodiversität sind die geschlagenen Schneisen und Leerflächen kein Gewinn, denn darauf siedeln sich ohne sorgfältige jährliche Pflege nur Neophyten, dichter Jungwuchs, Brombeeren und die häufigsten Waldschlag-Pflanzen an."

Auch das Ziel der Eibenförderung sei völlig abwegig. Solange sich zu viele Rehe im Wald tummelten, würden keine jungen Eiben mehr aufkommen, heisst es im Gutachten. Es sei schwer verständlich, warum dieses hochsensible Gebiet nach 40 Jahren Dornröschenschlaf nicht feinfühliger und kompetenter betreut werde.

Die Fondation Franz Weber fordert daher einen sofortigen Stopp des Holzschlags. Anschliessend könne über eine Redimensionierung des Eingriffs verhandelt werden, welche den Zielen Schutzfunktion, Naturschutz und Dauerwaldbewirtschaftung wirklich gerecht werde.

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