Winterthur schliesst zwei Quellen wegen Fungizid

14.8.2019 - 16:50, SDA

Zwei kleine Trinkwasserquellen in Winterthur wurden wegen zu hoher Belastung mit einem Abbaustoff des gesundheitlich bedenklichen Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil geschlossen. (Symbolbild)
Source: KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST

Die Stadt Winterthur hat zwei kleine Trinkwasserquellen geschlossen wegen zu hoher Belastung mit Abbauprodukten des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil. Für die städtische Trinkwasserversorgung ist die Ausserbetriebnahme nicht von Bedeutung.

Seit kurzem werden mehrere Metaboliten und Abbauprodukte von Chlorothalonil vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als möglicherweise gesundheitsschädlich beurteilt.

Wie die Stadt Winterthur am Mittwoch mitteilte, hat sie schon kurz nach Bekanntwerden der Problematik vorsorglich alle Quelle für die Wasserversorgung ausser Betrieb genommen. Offenbar lagen Indizien vor, dass das Quellwasser Spuren von Chlorothalonilsulfonsäure aufweisen könnte.

Nun geben die Stadtwerk weitgehend Entwarnung. Nur zwei kleinere Quellen wiesen Messwerte über dem zulässigen Höchstwert auf. Die beiden Quellen bleiben geschlossen. Das übrige Quellwasser wird wieder in die Wasserversorgung eingespeist.

Der Anteil an Quellwasser im städtischen Trinkwasser macht drei Prozent aus und stammt aus verschiedenen kleinen Wasserquellen. Deren Einzugsgebiet befindet sich ausserhalb Winterthurs und ist landwirtschaftlich geprägt.

Die Ausserbetriebnahme der zwei von Chlorothalonil betroffenen Quellen hat auf die Trinkwasserversorgung der Stadt keinen Einfluss. Der gesamte Bedarf kann über Grundwasser gedeckt werden.

Tössgrundwasser bedenkenlos

Im Tössgrundwasser konnten weder Chlorothalonil noch sein Abbauprodukt nachgewiesen werden. Aus diesem Grundwasserstrom stammen 97 Prozent des Trinkwassers. «Das Winterthurer Trinkwasser ist qualitativ sehr gut – auch bezüglich einer möglichen Belastung mit Chlorothalonil und seiner Abbaustoffe», lautet das Fazit der Stadtwerke.

Der Wirkstoff Chlorothalonil wird in der Landwirtschaft seit den Siebzigerjahren als Fungizid eingesetzt, etwa beim Anbau von Kartoffeln, Getreide und Gemüse. Abbauprodukte können ins Grundwasser und somit auch ins Trinkwasser gelangen.

Zu hohe Chlorothalonil-Werte in mehreren Gemeinden haben in den vergangenen Wochen zu reden gegeben. Der Bund erwägt darum, die Bewilligung von Pflanzenschutzprodukten mit diesem Wirkstoff zu widerrufen – ein Entscheid soll im Herbst fallen. Zurzeit läuft dazu eine Vernehmlassung für Umweltorganisationen.

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