Zürich soll den Platz unter den Brücken besser nutzen

olgr, sda

29.9.2021 - 19:27

Eine Ausnahme: Unter dem Wipkinger Viadukt wird der Raum genutzt. Andernorts ortet der Gemeinderat Handlungsbedarf.
Bild: Keystone

Unter den grossen Brücken gibt es Freiräume, die aber nicht genutzt werden, kritisiert der Zürcher Gemeinderat. Er hat deshalb am Mittwochabend mit 72 zu 35 Stimmen ein Postulat überwiesen, damit der Stadtrat ein Brückenkonzept entwickelt.

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29.9.2021 - 19:27

«Brücken haben naturgemäss einen verbindenden Charakter», hielten Zilla Roose und Urs Helfenstein (beide SP) in ihrem Postulat fest. «Doch der Raum darunter hat paradoxerweise oft etwas Trennendes und Abstossendes.»

Unter den meisten Brücken, unter vielen Überführungen sowie unter Auf- und Abfahren herrsche in Zürich «karge Einöde» vor, sagte Helfenstein. Diese Flächen könnten mit wenig Aufwand weitaus attraktiver gestaltet werden.

Attraktive Gestaltung statt «karge Einöde»

Auch Stephan Iten (SVP) sprach von «verlorenen Flächen» und «trostlosen Flecken». Das Postulat gebe aber keine Stossrichtung vor, kritisierte er. Deshalb wurde der Vorstoss ergänzt, dass «unter anderem günstiger Gewerberaum zur Verfügung gestellt und eine erhöhte Aufenthaltsqualität geschaffen» werden sollen.

Gegen das Postulat stellte sich unter anderem die GLP: Nur weil Menschen den Raum unter den Brücken nicht nützen könnten, seien es noch lange keine toten Orte, meinte Sven Sobernheim. So würden unter der Europabrücke beispielsweise viele Fledermäuse leben. Statt eines Brückenkonzeptes sollten eher konkrete Einzelprojekte vorgelegt werden, sagte der Grünliberale. Die Mehrheit sah es anders.

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