«Es macht mich krank, ich bin kaputt»

Gladbach-Sportchef Eberl tritt zurück: «Es macht mich krank, ich bin kaputt»

jar

28.1.2022

«Ich will einfach raus» – Eberl erklärt unter Tränen seinen sofortigen Rücktritt

«Ich will einfach raus» – Eberl erklärt unter Tränen seinen sofortigen Rücktritt

Gladbach-Sportchef Max Eberl begründet auf einer Pressekonferenz hochemotional und mit tiefer Müdigkeit und psychischer Erschöpfung seinen Abschied: «Es geht gerade nicht um Fussball, es geht um mich.»

28.01.2022

Nachdem am Donnerstag bereits mehrere Medien den Abgang von Borussia Mönchengladbachs Sportchef verkündet hatten, bestätigt Max Eberl seinen Rücktritt am Freitag an einer emotionalen Pressekonferenz.

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28.1.2022

«Es ist die mit Abstand schwerste PK, die ich in meiner Karriere halten muss. Ich bin ein gutes Beispiel, was gerade auf der Welt passiert», sagt Eberl unter Tränen an der Medienkonferenz. «Was in den letzten 24 Stunden spekuliert wurde, macht mich krank. Ich bin kaputt, erschöpft und kann deshalb nicht mehr arbeiten.»



Er habe deshalb mit dem Klub gesprochen und entschieden, nach 23 Jahren in Gladbach einen Schlussstrich zu ziehen. «Ich beende etwas, was mein Leben war. Ich beende etwas, was mir sehr viel Freude und Spass bereitet hat. Fussball ist mein Leben. Dinge drum herum sind nicht mein Spass und mein Leben», wird Eberl deutlich.

Der Klub habe versucht, ihn vom Weitermachen zu überzeugen. «Aber ich muss einen Schlussstrich ziehen. Ich muss raus und muss auf mich und meine Gesundheit achten. Ich habe alles, was ich hatte, auf dem Platz gelassen», so der 48-Jährige. «Ich habe mich wie um ein Kind um diesen Verein bemüht. Ich habe jetzt aber keine Kraft mehr.» 

Einfach mal Max Eberl sein

Er könne angesichts der sportlichen Krise die Menschen verstehen, die seinen plötzlichen Abgang kritisieren. «Aber es geht nicht um Fussball, es geht um mich.» Und weiter: «Falls irgendjemand denkt, ich mache das, um den Verein zu wechseln, vergesst das ganz schnell. Ich will einfach raus. Ich will mit Fussball gerade nichts zu tun haben.» Er wolle jetzt die Welt sehen und einfach mal Max Eberl sein. «Das ist der Grund, warum ich diese unfassbar schwere Entscheidung zu einem unfassbar unglücklichem Zeitpunkt getroffen habe.»

Nach Jahren des Lobs und auch des sportlichen Erfolgs – in der vergangenen Saison hatte die Borussia noch das Achtelfinale der Champions League erreicht – kam bei dem Klub in den vergangenen Monaten immer mehr Kritik auf. Der frühzeitig feststehende Weggang von Trainer Marco Rose zu Borussia Dortmund nach der vergangenen Saison, der Kader für diese Saison, und der bisher nicht zündende Rose-Nachfolger Adi Hütter – geholt für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt – boten Angriffsfläche. Dazu kamen die schon feststehenden Abgänge von Matthias Ginter und Denis Zakaria im Sommer – ablösefrei.



Nach seiner Aktivkarriere, die der frühere Rechtsverteidiger einst bei Bayern München lanciert und 2005 bei Mönchengladbach beendet hatte, blieb Eberl der Borussia zunächst als Nachwuchskoordinator treu. 2008 übernahm er das Amt des Sportdirektors und holte auch zahlreiche Schweizer an Bord. Aktuell spielen mit Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo vier Nati-Spieler bei Gladbach. In dieser Saison tun sich die Fohlen schwer und sind aktuell nur im 12. Rang klassiert.

Tränen an der Pressekonferenz bei Max Eberl.
Bild: Screenshot Youtube/Borussia Mönchengladbach