Ex-NHL-Profi muss Karriere nach Brutalo-Check beenden

lbe

15.8.2018

Daniel Taille lief im November des letzten Jahres in einen heftigen «blind-sided» Check des Mannheimers Thomas Larkin und zog sich dabei Kopfverletzungen zu, die ihm bis heute Probleme bereiten. Nun muss der Kanadier das Ende seiner Karriere bekannt geben.

Es sind wüste Szenen, die sich im letztjährigen Achtelfinale der Champions-Hockey-League zwischen dem schwedischen Klub Brynäs IF und den Adlern aus Mannheim abspielen. Nachdem Brynäs das Hinspiel mit 3:2 gewinnen konnte, sah es im Rückspiel lange nach einer Verlängerung aus: Mannheim führte bis in die 58. Minute mit 1:0. Dank zwei Toren in den letzten beiden Minuten der Partie wendeten die Schweden die drohende Overtime in extremis ab und besiegelten das Aus der Adler.

Zu viel für einige Mannheimer. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene drehen gleich bei zwei Feldspielern der Deutschen die Sicherungen durch. Marcel Gocs versuchter Check gegen den Kopf eines Gegenspielers geht wohl nur glimpflich aus, weil dieser im letzten Moment noch ausweichen kann. Sein Teamkollege Daniel Paille dagegen hat dazu keine Chance.

Als der Kanadier in Diensten von Brynäs in der eigenen Zone Tempo aufnehmen will – den Kopf in Richtung eigenes Tor gerichtet – passiert es: Der Mannheimer Thomas Larkin verpasst dem heute 34-Jährigen mit voller Wucht einen sogenannten «blind-sided» Check auf offenem Eis. Taille bleibt regungslos liegen, während sich sein Teamkollege an Übeltäter Larkin rächen will. Mit mässigem Erfolg… (s. Video oben)

Der Kanadier Daniel Taille löst den Vertrag mit Brynäs IF auf und muss zurücktreten.
Bild: Getty Images

Vorwürfe an Sean Simpson

Sowohl Goc wie auch Larkin kassierten für ihre Frustaktionen Spieldauerdisziplinarstrafen. Goc wurde zusätzlich für ein Spiel, Larkin immerhin für vier Spiele gesperrt. Auch dem damaligen, in der Schweiz bestens bekannten Trainer der Adler wurde unsportliches Verhalten vorgeworfen: Sean Simpson soll bei Larkins Horrorfoul sarkastisch gelächelt haben und war auch nach Spielschluss nicht zu einer Aussprache bereit, welche im schwedischen Lager von Cheftrainer Thomas Berglund und auch von Sportchef Stefan Bengtzen gesucht wurde. Über den Zustand des verletzten Paille gab Bengtzen damals noch Entwarnung: «Es ist eigentlich viel besser als gedacht. Er ist auf den Beinen und ich habe mit ihm gesprochen.» 

Rund 10 Monate danach ist klar: Es ist nicht besser als gedacht. Paille hat sich nie vollständig von den dabei zugezogenen Kopfverletzungen erholt und wird nie mehr sein bestes Eishockey spielen können. «Es kam jetzt der Punkt, wo ich die Situation akzeptieren musste, in der ich mich befinde.» Die Konsequenz: Paille löst seinen Vertrag bei Brynäs IF auf und muss seine Karriere beenden. Dass Täter Thomas Larkin mit seinen vier Spielsperren ziemlich glimpflich davonkam, wird wohl auch er nun eingesehen haben.

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