Luxus-Gefängnisse, zehn Schweizer und eine Zensur – das bringt der Restart

Luca Betschart

29.7.2020 - 08:00

Das Warten hat ein Ende: Der Stanley Cup beginnt am 1. August!

Das Warten hat ein Ende: Der Stanley Cup beginnt am 1. August!

Nach knapp fünfmonatiger Pause geht es in der NHL ab dem 1. August wieder zur Sache. Mit Teleclub sind Sie bei zahlreichen heissen Duellen live mit von der Partie.

23.07.2020

Am Schweizer Nationalfeiertag geht es in der NHL nach beinahe fünf Monaten Zwangspause wieder zur Sache. «Bluewin» gibt die wichtigsten Antworten und verrät kuriose Fun-Facts vor dem Restart.

Nachdem jedes Team zwischen Dienstag und Donnerstag noch eine Testpartie bestreitet, will die NHL am 1. August ihre am 12. März unterbrochene Saison wiederaufnehmen – und unter aussergewöhnlichen Vorzeichen direkt in die Stanley-Cup-Playoffs starten. Die wichtigsten Fakten:

Der angepasste Modus

Weil die Qualifikation nicht fertig gespielt werden konnte, kämpfen in diesem Jahr 24 statt nur 16 Mannschaften in den Playoffs um den Stanley Cup. Allerdings sind die jeweils vier bestklassierten Teams der Eastern und der Western Conference direkt für den Conference-Viertelfinal gesetzt. Während diese Mannschaften zuerst in einer Round Robin um eine möglichst gute Platzierung kämpfen, geht es für die übrigen 16 Teilnehmer auf Anhieb ums nackte Überleben. In Best-of-5-Serien ermitteln sie die restlichen Achtelfinal-Finalisten.

Zwei Spielorte – bis zu den Halbfinals

Vor allem, weil die Coronapandemie im Vergleich zur USA besser unter Kontrolle ist, wird nur in Kanada gespielt. Die Eastern Conference ist in Toronto stationiert, in Edmonton steigen zwölf Teams der Western Conference in die entscheidende Saisonphase. Ab den Halbfinals werden alle Partien in Edmonton ausgetragen, der Stanley-Cup-Final steigt am 22. September.

Von Kinos bis Golfsimulatoren – das Leben in der «Bubble»

Die Teams spielen nicht nur in Toronto und Edmonton, sie leben auch dort. In den von der Öffentlichkeit abgeriegelten Zonen befinden sich in Stadionnähe die Hotels, wobei jeder Spieler sein individuell eingerichtetes Zimmer kriegt. Nino Niederreiter findet auf seinem Nachttisch beispielsweise ein Bild der Freundin.

Den «Bubble»-Bewohnern wird aber weit mehr geboten. Ob Restaurants, Kinos, Pubs, Tennisplätze, Golfsimulatoren oder Trainingszentren – für die Freizeitbeschäftigung ist vorgesorgt. Die Profis werden in privaten Charterbussen herumchauffiert.

Abgeschottet von der Öffentlichkeit

Für jeden Klub sind 52 Personen zur «Bubble» zugelassen, während der ersten 14 Tage nach der Ankunft am Montag darf niemand die Zone verlassen. Dafür sollen mehr als 220 Sicherheitsleute sorgen, welche die abgezäumten Bereiche sichern. Danach sind Teamausflüge an für die Öffentlichkeit gesperrte Orte möglich. Verwandtenbesuche sind dagegen erst ab den beiden Conference-Finals geplant.

Alle Personen, die sich in der Blase aufhalten, werden täglich auf das Coronavirus getestet. Bei einzelnen positiven Fällen muss nur der betroffene Spieler in Isolation. In der ersten Trainingscamp-Woche wurden mehr als 2500 Tests bei über 800 Profis durchgeführt – nur in zwei Fällen mit positiven Ergebnissen.

Zehn Schweizer mit von der Partie

Roman Josi und Yannick Weber treffen mit Nashville zum Auftakt auf Arizona. Kevin Fiala fordert mit Minnesota die Vancouver Canucks. Nino Niederreiter (Carolina) bekommt es mit den New York Rangers zu tun, Luca Sbisa trifft mit Winnipeg auf Calgary und zwischen Gaetan Haas (Edmonton) und Philipp Kuraschew (Chicago) bahnt sich ein Schweizer Duell an – genau wie zwischen Denis Malgin (Toronto) und Dean Kukan (Columbus). Als einziger Eisgenosse mit Washington bereits im Conference-Viertelfinal steht Jonas Siegenthaler.

«Unechter» Heimvorteil und eine Zensur

Um den anfallenden Heimvorteil für Edmonton und Toronto möglichst auszugleichen, hat sich die Liga für den Restart etwas Besonderes einfallen lassen. Statt in der eigenen Umkleidekabine müssen sich die Spieler in der Gäste-Garderobe bereit machen. Zudem plant die NHL, die Partien in den leeren Stadien mit fünf Sekunden Verzögerung auszustrahlen –, um gut hörbare Kraftausdrücke der Spieler rechtzeitig zensieren zu können.


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