Vorsicht mit den Strafen – Kanada ist im Powerplay bärenstark

22.5.2019 - 12:19, SB10/sda

Die Kanadier sind im Powerplay nur schwer zu stoppen
Bild: Keystone

Die Kanadier treten mit einer jungen Mannschaft an, die vor allem in Überzahl keine Gnade kennt. Im Viertelfinal gegen die Schweiz dürfte einmal mehr Leonardo Genoni eine besondere Rolle zukommen.

Im Vorfeld der Hockey-WM gab es im Mutterland des Hockeys nicht viel zu jubeln: Der designierte Leader John Tavares verletzte sich in der Vorbereitungsphase. Und auch Colorados junger Superstar Nathan MacKinnon war wegen einer Schulterverletzung nicht verfügbar.

Das kanadische Team glänzt also für einmal nicht unbedingt mit den ganz illustren Namen, dafür scheint die Balance im Team zu stimmen. Die vier Linien treten sehr konstant und ausgeglichen auf. Captain und Anführer ist jetzt Nashvilles Kyle Turris. Der 29-jährige Center und Teamkollege von Roman Josi ist auch der älteste Spieler im Kader. Ansonsten hat Trainer Alain Vigneault vor allem junge und ambitionierte Spieler aufgeboten.

Spätzünder Marchessault

An der Seite von Turris (drei Tore, sechs Assists) blüht vor allem Detroits Anthony Mantha auf, der mit zwölf Punkten nach sieben Spielen (sieben Tore, fünf Assists) teaminterner Topskorer ist. Das andere Sturmduo, auf das die Schweizer Verteidigung besonders aufpassen muss, ist Jonathan Marchessault (drei Tore, sechs Assists) und Mark Stone (fünf Tore, vier Assists).  Der 28-jährige Stürmer Marchessault von den Vegas Golden Knights ist ein echter Spätzünder und läuft erstmals im Ahorn-Dress auf, nachdem er in den letzten drei Saisons 30, 27 und 25 Treffer erzielen konnte.

In der Verteidigung stechen vor allem Ottawas Thomas Chabot, New Jerseys Damon Severson und Vegas Shea Theodore heraus. Und dahinter steht mit Matt Murray von den Pittsburgh Pinguins ein zweifacher Stanley-Cup-Gewinner im Tor, der in dieser Woche erst seinen 25. Geburtstag feiern wird. 

Murrays Abwehrquote beträgt aktuell 92.08 Prozent.
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Genoni als Glücksbringer?

Eine Statistik der Gruppenphase an der WM in der Slowakei zeigt deutlich auf, was die Schweizer gegen Viertelfinal-Gegner Kanada unbedingt vermeiden müssen: Strafen zu nehmen.

Die Nordamerikaner brachten es im Powerplay bei zehn erzielten Toren auf eine Erfolgsquote von unglaublichen 52,63 Prozent. Damit sind sie diesbezüglich die klare Nummer eins. Derweil ist das Überzahlspiel bislang das grosse Probleme der Schweizer, die lediglich eine Erfolgsquote von 11,43 Prozent ausweisen. Nur Italien, Grossbritannien (beide 0) und Österreich (9,09) waren im Powerplay noch schlechter.

Auch bezüglich Torschuss-Effizienz müssen sich die Schweizer steigern. Zwar gaben sie von allen Teams am meisten Torschüsse (280) ab, sie belegen in dieser Statistik mit 9,64 Prozent aber lediglich Platz neun. Kanada verzeichnet 13,33 Prozent.

Kyle Turris hatte letztes Jahr gegen Leonardo Genoni das Nachsehen.
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Bei den Torhütern erreichte Leonardo Genoni mit 94,25 Prozent die drittbeste Abwehrquote unter jenen Goalies, die mindestens 40 Prozent der Zeit gespielt haben. Der künftige Zuger dürfte im Viertelfinal zum Einsatz kommen. An Genoni dürfte sich auch noch manch kanadischer Hockey-Fan erinnern. An der letzten WM hexte er sein Team im Halbfinale zum 3:2-Sieg gegen die Hockey-Grossmacht.

Bester Schweizer Skorer der Vorrunde ist Nico Hischier mit drei Toren und fünf Assists. Gegen die drei «grossen» Mannschaften der Gruppe B brachte der Nummer-1-Draft allerdings nur noch einen Assist zustande. 

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