Wo will Chief Sports Officer Raffainer den Hebel ansetzen?

pat

3.2.2021

Hängende Köpfe beim SCB – Raeto Raffainer startet einen schwierigen Job.
Bild: Keystone

Am Dienstag hat Raeto Raffainer beim SCB die neugeschaffene Stelle als Chief Sports Officer angetreten. Kaum im Amt muss er mitansehen, wie der SCB gegen Rapperswil-Jona vom Eis gefegt wird. Viel Arbeit liegt vor ihm.

Am Dienstagabend verliert der SCB auch das vierte Spiel nach der Quarantäne. In Rapperswil setzt es eine 2:5-Niederlage ab. Trainer Mario Kogler meint nach dem Spiel: «Die Jungs haben noch nie einen solchen Misserfolg erlebt, gewannen früher auch nach schlechten Spielen. Die Denkweise muss sich ändern. Zu oft spielt man noch ein Pässchen, statt direkt in den Abschluss zu gehen. Dieses Verschnörkelte funktioniert aber schon lange nicht mehr.»

Und wie hat Raffainer das Spiel erlebt? «Ich habe zu Hause schon die anderen drei Spiele nach der Berner Quarantäne mitverfolgt. Es sind die üblichen Baustellen, wenn es nicht läuft.» Zu oft begann der SCB erst dann aufzudrehen, als das Spiel bereits verloren schien. Gegen Biel rettete sich der SCB so nach einem 1:5-Rückstand immerhin noch in die Verlängerung und holte einen Punkt. Gegen Lugano (0:2) und Fribourg (5:6) stand die Niederlage bereits nach 60 Minuten fest.

Raffainer: «Ich komme nicht, und sage dem SCB, was er machen muss»

Doch was ist nun Raffainers Aufgabe, wie kann er zum erhofften Turnaround beitragen? Gegenüber «Blick» sagt er: «Ich komme nicht, und sage dem SCB, was er machen muss. Ich war auch noch nicht bei der Mannschaft. Das würde nur für Unruhe sorgen.»

Erstmal habe er sein Büro eingerichtet und sei froh, dass alles funktioniere. In den nächsten Tagen werde er sämtliche Entscheidungsträger treffen. Es gehe darum, eine Auslegeordnung vorzunehmen. «Ich habe keinen fixfertigen Plan, schaue mir an, wer welche Aufgaben und Entscheidungskompetenzen hat und überlege mir, was man allenfalls verändern könnte.»

Dabei spiele natürlich auch das Budget eine Rolle. Raffainer sagt aber auch klipp und klar: «Ich bin nicht Sportchef, hole auch keine Ausländer. Kommt ein Vorschlag, frage ich, weshalb es dieser oder jener Ausländer sein soll, wie man auf ihn kam und was er uns bringen kann.»

Das Einzige, was dem SC Bern in der jetzigen Situation aber wirklich helfen würde, sind Punkte, viele Punkte. Dass nun am Donnerstag und Freitag gleich zwei Spiele gegen die ZSC Lions anstehen, macht die Sache nicht leichter. Aber einfache Spiele gibt es für den SCB derzeit ohnehin nicht.

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