Aarau-Trainer Keller staucht Balljungen zusammen – und ärgert sich dann selbst über Zeitspiel

jar

5.5.2021

Nach Schimpftirade an Balljunge: Liga eröffnet Verfahren gegen Aarau-Coach Keller

Nach Schimpftirade an Balljunge: Liga eröffnet Verfahren gegen Aarau-Coach Keller

Direkt nach dem Schlusspfiff des GC-Spiels geht Aarau-Trainer Stephan Keller im Brügglifeld auf einen Balljungen los. Dieser hatte den Ball zuvor offenbar zu schnell an einen GC-Spieler zurückgegeben. Nun hat die Liga ein Verfahren eröffnet.

04.05.2021

Stephan Keller ärgert sich nach dem verlorenen Cup-Halbfinal über die Luzerner, die aus seiner Sicht in der Schlussphase zu sehr auf Zeit gespielt haben. Dumm nur, dass der Aarau-Trainer dies erst vor wenigen Tagen selbst von einem Balljungen verlangt hat.

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5.5.2021

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, heisst es so schön. So kann sich wohl der eine oder andere Fussball-Fan am Dienstagabend ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er nach dem Cup-Halbfinal zwischen Aarau und Luzern (1:2) das «SRF»-Interview von FCA-Coach Stephan Keller sieht.

Dieser ärgert sich nämlich tierisch über die Innerschweizer, die aus seiner Sicht zu viel Zeit von der Uhr genommen haben. «Es ist einfach traurig, wenn auf Zeit gespielt wird. Das ist nicht mein Fussball. Bei mir wird nie ein Goalie eine halbe Stunde auf dem Platz herumliegen und Zeit schinden. Das stört mich und das finde ich sehr schade», so Keller.

Eine absolut verständliche Aussage. Wäre da nicht diese eine Szene aus dem letzten Spiel der Aarauer gegen GC. Am Freitag gewann der FCA zuhause gegen die Hoppers mit 2:1. Als der Schlusspfiff ertönte, mochte Keller aber noch nicht jubeln – stattdessen rannte er wutentbrannt zu einem Balljungen, der beim allerletzten Einwurf den Ball für Kellers Empfinden zu schnell dem GC-Spieler zuwarf, und stauchte ihn zusammen (siehe Video oben).

Damit brachte er den kleinen Jungen zum Weinen. Und der Disziplinarrichter der Swiss Football League reichte am Montag gegen Keller ein Verfahren ein – eine Sperre droht. Der Coach entschuldigte sich zwar beim Jungen und schenkte ihm zwei Trikots, merkte gegenüber der «Aargauer Zeitung» aber auch an: «Die Balljungen werden geschult, damit sie nicht allzu schnell vorwärts machen, wenn der Gegner den Ball kriegt.»

Nun wird ihm das Zeitspiel selbst zum Verhängnis. Ausgerechnet Ex-Aarauer Varol Tasar schiesst Luzern in den Cupfinal, wo der FCL auf den Sieger des Duells zwischen Servette und St. Gallen treffen wird.