Bilanz vor der Winterpause: YB jagt die Rekorde des FC Basel

4.12.2018 - 14:14, Luca Betschart

Auf Rekordjagd: Kevin Mbabu (Mitte) und die Berner Young Boys.
Bild: Keystone

Nach dem Auswärtssieg beim FC Basel haben die Young Boys schon vor der Winterpause 18 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz. Sind die Berner gar noch dominanter als der FC Basel zu seinen besten Zeiten?

Nach dem Sieg im Direktduell mit dem FC Basel am Sonntag scheint eine Vorentscheidung im Meisterrennen der Super League bereits vor der Winterpause gefallen. Der Vorsprung von YB ist auf 18 Punkte angewachsen und ein Ende der Berner Übermacht ist nicht in Sicht. War vor zwei Jahren der FC Basel noch das Mass aller Dinge, haben die Young Boys diese Rolle mittlerweile eingenommen. Ein Vergleich zeigt: YB dominiert die Liga zur Zeit im gleichen Ausmass wie der FC Basel zu seinen besten Zeiten. 

In der langen Phase der eigenen Dominanz heimste Rot-Blau nicht nur Titel am Laufmeter, sondern auch einen Rekord nach dem anderen ein. Besonders in der Saison 2016/2017 sind die Zahlen der überlegenen Basler beeindruckend. 

Die Basler Rekord-Saison 2016/17:

- Neuer Punkterekord: Mit 86 Punkten aus 36 Spielen stellt Basel einen neuen Punkterekord auf. Mit einem beachtlichen Torverhältnis von 92:35 verlieren die «Bebbi» über die gesamte Saison nur zweimal. 

- Frühster Gewinn der Meisterschaft überhaupt: Der FCB sichert sich die Meisterschaft in diesem Jahr bereits am 28. April, nach nur 30 Runden. 

- Meisten Titelgewinne in Folge: Dank der überragenden Saison gewinnt Basel den achten Schweizer Meistertitel in Folge – auch das bedeutet Rekord.

Die Basler Meistermannschaft aus der Saison 16/17 mit einigen bekannten Gesichtern.
Bild: Keystone

Wachablösung durch Young Boys

Erst letzte Saison wurde der Serienmeister vom Thron gestossen. Verantwortlich dafür zeigen sich die Berner Young Boys, die mit ihrem ersten Meistertitel seit 32 Jahren den Basler Lauf stoppen konnten. In dieser Saison spielt sich der amtierende Meister nun von Sieg zu Sieg und zieht an der Tabellenspitze einsame Kreise – ganz im Stil des FC Basel vor zwei Jahren. Wer weist zur Winterpause die bessere Bilanz vor? Wir vergleichen die Statistik.

Erzielte Tore: 

Punkt für YB! Die Berner starteten offensiv zwar nicht ganz so furios wie der FC Basel im 2016 und haben nach vier Spielen drei Treffer weniger erzielt. Danach allerdings wendet sich das Blatt: Die Berner erzielten nach 16 absolvierten Ligaspielen bereits einen Treffer mehr als der FC Basel damals in der gesamten Hinrunde (18 Partien). Hält die Mannschaft von Gerardo Seoane ihren Torschnitt pro Spiel, werden sie zum Saisonende ungefähr 112 Tore erzielt haben – das wäre natürlich Rekord.

Tordifferenz: 

Bezüglich der Tordifferenz bewegen sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe, obwohl YB mehr Tore erzielen konnte. Dies weil die Berner nach 16 Spielen bereits 17 Gegentreffer erhalten haben, während der FC Basel 2016 zum selben Zeitpunkt nur deren 12 aufwies.


Gewonnene Punkte:

Auch der aufgestellte Punkterekord des FC Basel Ausgabe 2016/17 ist aktuell in Gefahr, obwohl es für den damaligen Trainer Urs Fischer in der gesamten Saison nur zwei Niederlagen gab. Nach 16 Spielen hätten die Basler trotzdem nur einen Punkt Vorsprung auf den aktuelle Super-League-Leader. Entscheidet YB die letzten beiden Ligaspiel in diesem Jahr für sich, gehen sie mit zwei Punkten mehr in die Winterpause als das Basler Rekordteam.

Punkte-Vorsprung

Auf dem Weg zum schnellsten Meisterschaftsgewinn befinden sich die Berner mit 18 Punkten Vorsprung nach 16 Spielen bereits jetzt. Mit zwei Siegen aus den nächsten beiden Partien würde YB diesen Vorsprung in die Winterpause mitnehmen, oder ihn gar noch ausbauen. Eine solche Reserve erreichte zuvor noch kein Team nach so wenigen Spielen. In der Saison 16/17 betrug der Vorsprung von Basel auf den ersten Verfolger «nur» 12 Punkte.    

Der FCB wurde anschliessend am 30. Spieltag mit 21 Punkten Vorsprung Meister. Heisst für YB: Können die Berner bis zum 28. Spieltag ihren Vorsprung um mindestens drei Punkte vergrössern, sind sie der früheste Meister überhaupt in der Super League.


Immerhin: der dritte aufgestellte Basler Rekord mit acht Meistertiteln in Serie aus der Saison 2016/17 ist für die Young Boys in nächster Zeit unerreichbar. Den neunten Titel in Folge können sich die Hauptstädter frühestens in der Saison 2025/26 sichern.

Marco Wölfli würde den neunten YB-Titel in Serie wohl nicht mehr als Torwart feiern.
Bild: Keystone

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