Darum hat sich Nsame gegen einen Wechsel ins Ausland entschieden

pat

16.10.2020 - 17:45

Nsame über Verbleib bei YB: «Alle Parteien müssen zufrieden sein»

Nsame über Verbleib bei YB: «Alle Parteien müssen zufrieden sein»

Entgegen aller Erwartungen bleibt Jean-Pierre Nsame bei den Young Boys. Im Interview mit «blue Sport» erklärt der Torjäger, warum es mit einem Wechsel nicht geklappt hat.

16.10.2020

Wer hätte das gedacht? Das Transferfenster in der Schweiz ist geschlossen, der alles überragende Star der vorangegangenen Super-League-Saison aber immer noch hier. Jean-Pierre Nsame erklärt, weshalb er bei YB bleibt.

Im letzten Spiel vor der Länderspielpause schiesst YB-Knipser Jean-Pierre Nsame gegen Vaduz das einzige Tor der Partie. Viele glaubten, es wäre sein letztes in der Super League gewesen. Der wird doch dem Lockruf aus dem Ausland nicht widerstehen können?!

Schliesslich hatte er YB bereits in der Vorsaison mit seinen 32 Treffern fast im Alleingang zum Meistertitel geschossen. Auch im Cup hat er ab der 2. Runde in jedem Spiel mindestens einmal getroffen, so auch beim 2:1-Sieg im Final gegen den FC Basel. Nicht ganz so beeindruckend war seine Ausbeute mit «nur» zwei Treffern in der Europa League. Wie dem auch sei: Wer in der Schweiz in wettbewerbsübergreifend 46 Spielen 41 Tore und 7 Assists bucht, der wird von ausländischen Vereinen umgarnt. Und von einem Wechsel ins Ausland, davon träumen hierzulande doch die meisten.

Es stellt sich also die Frage, weshalb der 27-jährige Kameruner auch nach der Länderspielpause für YB auf Torejagd geht? Einer kennt die Antwort mit Sicherheit, Nsame höchstpersönlich. «blue Sport» hat den «Scharfschützen» getroffen und ihm auf den Zahn gefühlt.

Nsame: «Ich fühle mich hier wie zu Hause»

«Bei einem Transfer müssen alle drei Parteien einverstanden sein. Der Käufer-Klub, der Verkäufer und der Spieler», so Nsame. Und war denn der richtige Klub nicht dabei, an Angeboten hat es ja kaum gemangelt? «Ich hatte nicht viel Interessantes gesehen während der Transferperiode.» Und ihm sei klar gewesen, dass er nur wechsle, wenn am Ende alle Beteiligten zufrieden sein würden. «Wenn nicht, würde ich auch gerne ein, zwei oder drei Jahre in Bern bleiben.»

Ob der Klub Angebote erhalten habe, das wisse er nicht. «Die Angebote, die ich aus Russland und anderen exotischen Ligen erhalten habe, waren für mich nicht besser als das von YB. Ich weiss, was ich hier habe und dem Klub schulde.» Er habe sich in Bern als Mensch und Spieler weiterentwickeln können, «deshalb haben mir die anderen Destinationen nicht zugesagt».

Nsame weiter: «Ich fühle mich hier wie zu Hause. Ich kenne alle, alle kennen mich. Es ist der Klub, mit dem ich gewachsen bin.» Mit seinem Verbleib in Bern hat er sich auch für Kontinuität entschieden. «Bevor ich zu YB kam, bin ich nie länger als ein Jahr bei einem Klub geblieben.» Es spricht also für den Verein und das gesamte Umfeld, dass Nsame nun bereits die vierte Saison mit YB in Angriff nimmt. Der Knipser sagt ganz klar: «Ich werde YB nur verlassen, wenn es sich lohnt. Wenn nicht, setze ich meine Karriere hier fort.»

Sein Vertrag läuft noch bis am 30. Juni 2023 – nicht ausgeschlossen also, dass er diesen auch tatsächlich erfüllen wird. Die YB-Fans würde es freuen, die Konkurrenz vielleicht ein bisschen weniger …

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