«Ich bin verrückt»

Startspiel als Spiel der letzten Chance? Der neue Sion-Coach ist nicht zu beneiden

sda

21.3.2021 - 09:00

Reicht die Zeit für Sions neuen Trainer Marco Walker noch, um die Walliser auf Platz 8 zu führen?
Keystone

Je länger die Saison dauert, desto mehr rückt der Abstiegskampf in den Fokus. Daher steht in der 26. Runde das Duell zwischen Luzern und Sion eher im Mittelpunkt als etwa das Spiel YB – Zürich.

sda

21.3.2021 - 09:00

Young Boys gegen den FC Zürich. Erster gegen Vierter. Das Duell zwischen zwei von nur fünf Klubs, die in der Schweiz in den letzten 16 Jahren einen Pokal gewonnen haben: Es ist auf den ersten Blick das Spitzenspiel der 26. Runde. Doch von einem Spitzenspiel kann keine Rede sein, weil es in der Super League längst nur noch eine Einzelspitze gibt. YB ist der Konkurrenz entrückt, dem FCZ etwa um 21 Punkte – und das nach bereits zwei Dritteln der Saison.

Also richtet sich die Aufmerksamkeit in der Liga mehr und mehr nach hinten. Zumal auch das Gerangel um die Europacup-Plätze 2 und 3 mässig interessant ist. Wie sehr sich die Schweizer Klubs danach sehnen, im drittklassigen Europacup-Wettbewerb «Conference League» Qualifikationsspiele in den so genannten Hinterhöfen des europäischen Fussball auszutragen, bleibt abzuwarten.

Sion-Coach Walker: «Ich bin verrückt»

Und so steht in diesen Tagen ein Verein im Mittelpunkt, der weder mit dem Titel noch mit den Europacup-Plätzen etwas zu tun hat. Es ist der FC Sion, der zwar zum illustren Titel-Quintett gehört, in der Gegenwart aber auf dem Barrage-Platz 9 liegt und vor dem Abstieg zittert. Das Auswärtsspiel gegen den nur zwei Ränge besser klassierten FC Luzern wird am Sonntag zum Spiel der (vor-)letzten Chance. «Wenn wir verlieren, sind wir neun Punkte hinter Luzern, dann sind die weg», hatte Präsident Christian Constantin unmittelbar nach der Niederlage vom letzten Sonntag gegen Servette gesagt.

Für seinen neuen Trainer Marco Walker sind diese Worte Auftrag genug: «Verlieren verboten!» Vielleicht auch deshalb hat sich der Solothurner gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit einer Mischung aus Selbstironie und Schicksalsergebenheit geäussert: «Ich bin verrückt.»

Es hätte etwas Groteskes, Walkers erstes Spiel als Sion-Trainer zum Spiel der letzten Chance auszurufen. Und ganz so schlimm steht es denn auch um die Walliser noch nicht. Aber die Statistik der letzten Woche lässt nichts Gutes erahnen, sollte Sion auch in Luzern verlieren. Der Rückstand auf Platz 8 würde dann schon sieben Punkte betragen.

Sieben Punkte, die Sion in zehn Runden aufholen müsste. Den Barrage-Platz noch verlassen zu können, wäre für Sion selbst dann schwer, wenn die Konkurrenz kaum noch punkten würde. In den letzten zehn Spielen haben die Walliser nämlich selbst nur neun Zähler geholt.

Verliert Sion am Sonntag auswärts in Luzern und gewinnt Vaduz gleichzeitig bei Servette, dann würden die Walliser gar ans Tabellenende rutschen – Ende Saison würde Platz 10 den Abstieg bedeuten.

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sda