Der wohl grösste Pechvogel im Schweizer Fussball beendet mit 25 seine Karriere

Von Jan Arnet

4.7.2021

Miguel Peralta (links) hängt seine Fussballschuhe an den Nagel.
Miguel Peralta (links) hängt seine Fussballschuhe an den Nagel.
Bild: Keystone

Auch nach seinem vierten Kreuzbandriss wollte Miguel Peralta zunächst nicht aufgeben und kämpfte sich mit grosser Willenskraft ins Mannschaftstraining des FC Aarau zurück. Jetzt ist der 25-Jährige aber doch zum Schluss gekommen, seinem Körper «etwas Ruhe gönnen» zu wollen.

Von Jan Arnet

4.7.2021

Knapp ein Jahr ist vergangen seit seinem letzten Spiel für den FC Aarau. Am 30. Juli 2020 stand Miguel Peralta gegen GC in der Startelf – und der damals 24-Jährige wusste natürlich noch nicht, dass dies das allerletzte Spiel seiner schmerzvollen Karriere sein wird.

Schon nach wenigen Minuten verletzte sich Peralta nach einem unglücklichen Zweikampf schwer. Die Diagnose: Kreuzbandriss. Schon wieder. Bereits zum vierten Mal. Ausserdem hatte er schon je einen Meniskusschaden in beiden Knien verkraften müssen. 

Es gibt wohl keinen anderen Schweizer Fussballprofi mit einem vergleichbaren Leidensweg in diesem Alter. Im Sommer 2014 unterschrieb Peralta seinen Profivertrag beim FC Aarau, seither hat er für den Klub nur 49 Spiele bestritten. Fast 200 Spiele verpasste er verletzungsbedingt.

«Jetzt ist ein guter Zeitpunkt»

Aufgeben kam für Peralta trotz allem nie infrage. Bis jetzt. Am Sonntag teilt der FC Aarau mit, dass der Flügelspieler seine Fussballerkarriere mit sofortiger Wirkung beendet. Trotz Vertrag bis 2022. Er wolle seinem Körper, der in den vergangenen Jahren viel geopfert hat für seinen Traum, etwas Ruhe gönnen, sagt Peralta.

Auf Anfrage von «blue News» verdeutlicht er: «Ich habe den Entscheid selbst gefällt, weil ich das Gefühl habe, dass es früher oder später mit all den Operationen sowieso fertig gewesen wäre. Ich dachte mir, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür ist, damit mein Körper nicht mehr dieser grossen Belastung ausgesetzt ist.»

Dem FC Aarau bleibt er trotzdem treu. In einer anderen Funktion wird Peralta weiterhin für den Klub arbeiten und unter anderem Social-Media-Videos drehen. «Ich freue mich auf die Zukunft und bin sehr glücklich, auch weiterhin bei meinem Herzensklub tätig zu sein», sagt der Niedergösger.

Und irgendwann wagt sich der Fussballfanatiker bestimmt auch wieder auf den Rasen. Peralta: «Jetzt sicher noch nicht. Aber mal schauen, wie lange es dauert, bis das Kribbeln zurück ist.»