Fussball-Talk Heimspiel: Wie Trainer Fink GC wieder zum Titelanwärter machen will

lbe

27.8.2018

Nach dem ersten Saisonsieg von GC erklärt Trainer Thorsten Fink im Teleclub Fussball-Talk Heimspiel, warum er auch nach dem vierten sieglosen Auftritt der Saison die Zuversicht nicht verlor und welche Ziele er mit dem Schweizer Rekordmeister hat.


Die Gäste im Fussball-Talk:
– Thorsten Fink, GC-Trainer
– Felix Bingesser, Sportchef Blick
– Amir Abrashi, Profi bei SC Freiburg
– Rolf Fringer, Teleclub-Experte


Die Erleichterung nach dem Schlusspfiff im Letzigrund war gross: Nach einem schwachen Start in die Saison und einem Punkt aus den ersten vier Spielen holt die Mannschaft von Thorsten Fink ihren ersten Vollerfolg. Für den 50-jährigen Deutschen war jedoch bereits das Spiel zuvor in Lugano eine Bestätigung der harten Arbeit, als seine Mannschaft mit zwei Toren in der letzten Viertelstunde ein Unentschieden erkämpft hatte. «Das Spiel in Lugano hat mir nochmals gezeigt, dass in der Mannschaft Biss ist, obwohl es der schwächste Auftritt war. Wir haben richtig schlecht gespielt, aber dann konnten wir nochmals zulegen und das finde ich immer positiv.» 

Ebenfalls gefallen hat Fink, dass nach dem schwachen Auftritt in Lugano auch im Umfeld der Mannschaft Zuversicht herrschte: «Drei Mal verloren, ein Unentschieden und keiner hat auch nur ein schlechtes Wort gesagt, weil sie einfach gesehen haben, dass wir gut arbeiten. Das hat mich nochmals bestärkt zu sagen, dass das der richtige Verein war, zu dem ich gekommen bin.»

Gute Zusammenarbeit mit Vereinsführung

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Präsident Stephan Anliker, Sportchef Mathias Walther, CEO Manuel Huber und der Scouting-Abteilung sieht Fink als Basis für den Erfolg. Insbesondere in der eigenen Transferpolitik: «Ich mache nichts alleine, der Verein macht nichts alleine. Wir entscheiden Dinge gemeinsam. Keiner will jemandem einen Spieler aufzwingen.» Genau diese Basis fand Fink zu seiner Zeit in Basel vor und sieht bei seinem aktuellen Arbeitgeber Parallelen. Dazu gehört auch, dass interne Dinge nicht oder nicht zu früh an die Öffentlichkeit dringen: «Morgen wird wieder ein Spieler festgemacht bei uns, und es ist immer noch nichts draussen.» 

Langfristige Ziele

Fink ist sich sicher, dass seine Mannschaft in dieser Spielzeit nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Bei den Hoppers wird allerdings eine langfristige Strategie angepeilt. «Es geht nicht um die kurzfristigen Ergebnisse. Es geht um den langfristigen Erfolg für diesen Klub. Es geht darum, dass der Klub nicht ständig etwas ändern muss. Dass irgendeiner sich einmischt in Dinge, sondern dass wir mit Nachhaltigkeit arbeiten.»

Konkret bedeutet das, dass bereits auf Juniorenstufe eine einheitliche Ausbildungsphilosophie verfolgt wird und so junge Spieler schneller und einfacher in der ersten Mannschaft integriert werden können. So will GC früher oder später wieder um die Meisterschaft mitspielen: «Adi Hütter ist in Bern im dritten Jahr Meister geworden. Das zeigt, dass es geht. Das ist möglich!» 

Bingesser skeptisch

Weit weniger optimistisch sieht Felix Bingesser die Zukunft des Vereins. Dies hat allerdings wenig mit Fink zu tun. Für Bingesser braucht es Veränderungen in der aktuellen Klubführung. «Es braucht die eine oder ander neue Identifikationsfigur. Ich habe nichts gegen Herr Anliker, aber ich frage mich, wenn ich die Stadt Zürich und deren Persönlichkeiten mit Führungserfahrung sehe: Warum braucht GC einen Architekten aus dem Oberaargau?»  

Bingesser führt aus, dass es für einen erfolgreichen Wiederaufbau des Grasshopper Club Zürich mehr (finanzielles) Engagement in der Region braucht. «Hier sind wir wieder beim Thema: Wo ist der Klubfussball in der Stadt Zürich positioniert. Es müsste sich mehr bewegen in dieser Stadt mit so viel Geld und Führungspersöhnlichkeiten. Die Fussballkultur in Zürich müsste höher angesiedelt sein.»

Der Fussball-Talk Heimspiel in voller Länge

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