GC-CEO Huber: «… dann kann man diesen Verein nicht mehr führen»

16.4.2018 - 10:15, jar

GC-CEO Manuel Huber spricht im Teleclub Fussball-Talk Heimspiel über die Krise beim Rekordmeister, die internen Grabenkämpfe und den Einfluss von Erich Vogel.

Die Krise bei den Grasshoppers spitzt sich zu. Neben den endlosen Grabenkämpfen zwischen Vereinsführung und Geldgebern läuft es beim Rekordmeister auch sportlich alles andere als rund. Nur noch einen Punkt hat GC Vorsprung aufs Tabellenende. 

GC-CEO Manuel Huber ist sich sicher, dass die internen Probleme ausschlaggebend für die sportliche Misere sind. «Wir haben es nicht geschafft, die Strukturen so zu schaffen, dass wir Nachhaltig den Verein führen können», gibt er zu (s. Video oben).

Ein Grund für die nicht enden wollenden Querelen sei nicht zuletzt auch Erich Vogel. Der Mann, der bei GC eine grosse Vergangenheit hatte, im Klub keine offizielle Funktion mehr hat, sich aber trotzdem – so scheint es – überall einmischt. Auf Vogel angesprochen, meint Huber: «Wenn jemand Know-How hat, finde ich das schön, aber wenn er indirekt Einfluss nehmen will, ohne Verantwortung zu übernehmen, ist es problematisch».

GC-Urgestein Erich Vogel.
Keystone

Seit letztem Herbst sei der 79-Jährige mit seinem Draht zu den Grossaktionären Peter Stüber und Heinz Spross wieder aktiver geworden, sagt der GC-CEO. Huber macht keinen Hehl daraus, dass ihm das nicht gefällt: «Sobald im Hintergrund Einfluss genommen wird, ist es nicht gut. Dann kann man den Verein nicht mehr führen. Leider ist das flüchtig wieder der Fall gewesen».

Vogel habe nicht nur sein Know-How übermittelt, sondern auch indirekt Einfluss genommen. Durch den im März suspendierten Vize-Präsidenten Roland Klein, der als verlängerter Arm von Vogel und Co-Besitzer Heinz Spross gilt. 

Sportchef Walther: Von der Statistenrolle auf die Trainerbank

Erich Vogel war es somit auch, der Murat Yakin ins GC-Boot holte. Doch schon lange rudern nicht mehr alle in die gleiche Richtung. Vogel wolle bestimmt nichts Schlechtes für GC, meint Huber, «aber es geht ums Nicht-Loslassen. Die Arbeiten des Sportchefs muss man den Sportchef machen lassen – und nicht andere Leute». Wie kann GC Erich Vogel loswerden? Auf diese Frage findet auch Manuel Huber keine Antwort.

Murat Yakin – Ende Januar noch zum Schweizer Trainer des Jahres gekürt – wurde vergangene Woche nach acht Monaten als Trainer entlassen. Seine Anstellung sei ein Fehler gewesen, da der Trainer sich zu sehr in die Arbeit des Sportchefs eingemischt hatte, sagt Huber: «Mathias Walther musste in den letzten Monaten eine Statistenrolle einnehmen. So kann es nicht funktionieren.» Was der GC-CEO meint: Im Winter ordnete Yakin mit Hilfe von Klein einen personellen Umbau an, wechselte sieben Spieler aus. Spieler, die Walther geholt hatte.

Bleibt die Frage: Wie kommt es, dass interne Probleme wie der Angriff von Ex-Captain Milan Vilotic auf Yakin und die Lohnsummen einiger Vorstandsmitglieder und Spieler an die Öffentlichkeit kommen? «Gegenfrage: Zu welchen Zeitpunkt geschah dies. Und wer hat Interesse, dass das passiert?», sagt Huber. Dass er den suspendierten Roland Klein meint, liegt auf der Hand.

Jetzt hat GC erstmal aufgeräumt, Yakin und Klein sind weg. Und Walther kann das Zepter endlich selbst in die Hand nehmen. An vorderster Front, als Interimstrainer. Lange wird der Sportchef aber nicht an der Seitenlinie stehen, der Feuerwehrmann soll schon bald vorgestellt werden. Wichtig sei nun einfach, kurzfristig zu denken, um die nötigen Punkte zu holen, um den Klassenerhalt zu schaffen, sind sich die Experten in der Talk-Runde einig. Huber fasst zusammen: «Der Abstieg wäre für uns ein Desaster».


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