Lieber Forfait verlieren als die GC-Fans zu Gast?

15.5.2019 - 15:33, lbe

Die GC-Fans (hier am 13. April in Basel) bereiten einigen Challenge-League-Vereinen Sorge
Bild: Keystone

Dank GC ist die Challenge League ab der nächsten Saison um einen grossen Namen reicher. Aufgrund der jüngsten Vorkommnisse ist die Vorfreude einiger Vereine allerdings getrübt.

Seit vergangenem Sonntag ist es Tatsache: Der Schweizer Rekordmeister GC steigt aus der Super League ab und spielt nächste Saison nur noch zweitklassig. Die Challenge League ist dann um einen grossen Namen reicher, das allgemeine Interesse an der Liga dürfte steigen.

Für den FC Winterthur winkt dadurch endlich wieder ein Kantonsderby, das erste seit den Duellen gegen den FC Zürich vor drei Jahren. Gegenüber dem «Tagesanzeiger» bestätigt Winterthurs Geschäftsführer Andreas Mösli: «Wir freuen uns hier in erster Linie auf den grossen Namen von GC.» Die Affiche David gegen Goliath sei gut für den Verein und die gesamte Liga. Diese bringe Zuschauer und einen höheren medialen Beachtungsgrad.

Zu hohe Sicherheitskosten

Doch selbst in Winterthur ist man nicht nur glücklich über den neuen Ligakonkurrenten. Schuld daran dürften die jüngsten Vorkommnisse in der GC-Fankurve sein, als randalierende Anhänger der Zürcher sowohl in Sion als auch in Luzern einen Spielabbruch erzwangen. Weil in der Challenge League jeweils die Heimmannschaft für die Sicherheitskosten im und ausserhalb des Stadions aufkommen muss, schauen einige Präsidenten besorgt auf die kommenden Heimspiele gegen GC.

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Während sich Möslis Sorgen in Grenzen halten und er in Winterthur die notwendige Lagebeurteilung jeweils im Vorfeld der Spiele vornehmen will, kündigt Werner Baumgartner, Präsident des SC Kriens, bereits jetzt drastische Massnahmen an. «Solche Fans werden wir in unserem Stadion nicht dulden. (…) Wir sind verpflichtet, die Fans mit dem Bus am Bahnhof Luzern abzuholen und zu uns ins Stadion zu führen. Für die Sicherheitskosten im Stadion und auch ausserhalb durch die Polizei haben wir aufzukommen. Und im schlechtesten Fall müssen wir uns die neue Infrastruktur im Stadion zertrümmern lassen.»

Eine Rechnung, die für Challenge-League-Vereine so nicht aufgeht. Präsident des FC Rapperswil-Jona, Delli Colli, sieht das ähnlich und fasst treffend zusammen: «Genau so muss man sich verhalten, will man einen Provinz-Klub in den Ruin treiben.»

«… dann läuft etwas grundsätzlich falsch»

Baumgartner stellt klar, dass der SC Kriens dies nicht mitmachen werde. Lieber ziehe er das Nichtantreten und eine damit verbundene Forfaitniederlage in Betracht. Dass der um ein Vielfaches kleinere Verein aus der Innerschweiz mit einem Budget von 1,5 Millionen Franken die kompletten Sicherheitskosten tragen soll, versteht er ganz und gar nicht: «Wenn ich lese, dass GC nächstes Jahr ein Budget von 19 Millionen zur Verfügung hat, wir aber, mit dem zehnmal kleineren Budget, für die Umtriebe aufkommen müssen, dann läuft etwas grundsätzlich falsch.»

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