Liga prüft Schliessung der Gästesektoren 

SB10

28.10.2021

SFL schlägt Schliessung der Gastsektore vor: Wie weiter?

SFL schlägt Schliessung der Gastsektore vor: Wie weiter?

Beat Signer, Kommentator blue Sport, analysiert eine mögliche Schliessung der Gastsektore. Nach aggressiver Stimmung in Schweizer Fussballstadien will die SFL strikter vorgehen.

28.10.2021

Die wüsten Szenen beim Zürcher Derby am Wochenende haben womöglich ein Nachspiel. Das Komitee der Swiss Football League (SFL) beschäftigt sich intensiv damit, die Schliessung der Gästesektoren anzuordnen.

SB10

28.10.2021

In den vergangenen Spielrunden kam es wiederholt zu negativen Vorkommnissen mit Personen, die den jeweiligen Gastklubs zuzuordnen waren. Das wiederholte Fehlverhalten auf den An- und Abreisewegen sowie besonders das rücksichtslose und verwerfliche Verhalten einiger Gewalttäter im Stadion-Innenraum anlässlich des Zürcher Derbys haben das Komitee der Swiss Football League (SFL) dazu veranlasst, sich mit möglichen zielführenden und umsetzbaren Massnahmen zu befassen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Umfrage
Ist eine Schliessung der Gästesektoren das richtige Mittel?

Im Zentrum stehe der Schutz der überwiegenden Mehrheit der friedlichen Fans in den Stadien, denen durch diese negativen Ereignisse, die mit einer positiven Fankultur absolut nichts zu tun haben, die Freude am Besuch eines Fussballspiels genommen werde. Die Klubs und die SFL können und wollen einen solchen Zustand, der dem gesamten Fussball in der Schweiz immensen Schaden zufügt, nicht mehr tolerieren und prüfen deshalb die reglementarische Umsetzbarkeit für die Schliessung der Gastsektoren, schreibt die SFL.



Schäfer: «Die SFL und die Klubs erwarten ein deutliches Signal»

Parallel zu dieser Überprüfung werde die SFL an Klubsitzungen im November das Gespräch mit den Verantwortlichen in den Klubs aufnehmen, um mögliche Lösungen zu besprechen. Gerade die Klubs hätten sich in den vergangenen Monaten sehr stark für die Fanbewegung und ihre Kultur eingesetzt und nach gemeinsamen Lösungen zum Schutz der Identität und der Privatsphäre für die organisierte Rückkehr der Fans nach der coronabedingten Schliessung der Stadien gesucht, was von den Fankurven in öffentlichen Statements auch geschätzt wurde.

SFL-CEO Claudius Schäfer fordert volle Stadien ab August
SFL-CEO Claudius Schäfer prüft drastische Massnahmen.
Bild: Keystone

«Mit Enttäuschung müssen wir feststellen, dass sich ein Teil der Fankurven – besonders bei Auswärtsspielen – nicht an die getroffenen Abmachungen und geltenden Gesetze hält», sagt Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League. Nach Vorfällen sei aus organisierten Fankreisen nur selten eine Stimme wahrzunehmen, die das Fehlverhalten kritisiert und die Bereitschaft zur Aufarbeitung zeige. «Die SFL und die Klubs erwarten ein deutliches Signal aus den Fankurven, dass solche Aktionen nicht unterstützt werden. Gleichzeitig sei es die Aufgabe des SFL, eine Lösung für diese anhaltende Problematik zu finden und für alle Fans und Familien friedliche Spiele zu organisieren.»

Leere Fan-Kurven: Ein Bild, an welches man sich in der Schweiz bald gewöhnen muss?
Bild: Keystone

Sion hat Übung abgebrochen

Der FC Sion hat bereits Erfahrung gesammelt, wie man ohne Gästefans zurechtkommt. Im Sommer entschied der Kanton Wallis und die Stadt Sitten, dass einerseits der Zutritt zu Heimspielen des FC Sion nur mit personalisierten Tickets erfolgen kann, andererseits wurde der Gästesektor geschlossen.

Die Zuschauerzahl sank, was folglich auch die Einnahmen des Klubs tangierte. In der finanziell schwierigen Corona-Zeit fand Sion-Präsident Christian Constantin keinen Gefallen (mehr) an der Massnahme und forderte in einem Brief die Aufhebung des Verbots. Im Oktober lenkte die Regierung ein, seither sind im Tourbillon auch wieder Gästefans willkommen.

FCZ-Fans schmeissen Leuchtraketen in die GC-Kurve

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Beim Zürcher Fussballderby am Samstagabend kam es nach Spielende zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fan-Lagern.

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Magnin über die Ausschreitungen: «Der ganze schöne Abend ist kaputt»

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Der ehemalige FCZ-Trainer findet bei blue TV klare Worte über die unschönen Szenen beim Zürcher Derby.

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