Sieben Dinge, die auffallen Sieben Dinge, die auffallen: Was macht YB besser als der Rest der Liga?

Patrick Lämmle

27.9.2018

YB hat in dieser Saison alle zehn Pflichtspiele auf auf nationaler Ebene gewonnen, einzig in der Champions League wurden dem Schweizer Meister (0:3 gegen Manchester United) die Grenzen aufgezeigt.
YB hat in dieser Saison alle zehn Pflichtspiele auf auf nationaler Ebene gewonnen, einzig in der Champions League wurden dem Schweizer Meister (0:3 gegen Manchester United) die Grenzen aufgezeigt.
Bild: Keystone

Acht Spiele, acht Siege, fünfmal zu Null gespielt, 28 Tore erzielt, zehn verschiedene Torschützen – YB ist in der Super League das Mass der Dinge. Was machen die Berner besser als der Rest der Liga?

In den ersten acht Runden war YB lediglich sechs Minuten im Rückstand und zwar im Spiel gegen Xamax, das man am Ende 5:2 gewinnen konnte. Egal wie die gegnerische Mannschaft agiert, der Schweizer Meister hat immer eine Lösung bereit. Meistens führt ein Mix der in der Folge aufgelisteten Elemente zum Erfolg.

1. YB setzt die Gegner früh unter Druck

Das Team von Gerardo Seoane setzt die gegnerischen Verteidiger im Kollektiv früh unter Druck und lässt ihnen keine Luft zum Atmen. Ein kontrollierter Spielaufbau ist, besonders für spielerisch limitierte Gegner, kaum möglich. Bei Balleroberungen sind die Wege zum Tor kurz. Deshalb hat YB eine hohe Präsenz im gegnerischen Sechzehner, oft warten vier bis sechs Gelb-Schwarze darauf, dass sie angespielt werden.

Drei YB-Spieler lauern nach einer Flanke im Fünfmeterraum, einer steht auf Höhe des Elfmeterpunkts. Der Flankengeber lief ebenfalls noch in den Sechzehner.
Drei YB-Spieler lauern nach einer Flanke im Fünfmeterraum, einer steht auf Höhe des Elfmeterpunkts. Der Flankengeber lief ebenfalls noch in den Sechzehner.
Bild: Teleclub

2. Handlungsschnell

Liegt der Ball beispielsweise nach einem Prellball oder nach einem Abpraller vom Goalie frei im Raum, dann sind die YB-Spieler immer einen Schritt schneller am Ball. Das ist in erster Linie eine Frage der Antipizationsfähigkeit und der Konzentration.


3. Wenn sich der Gegner «ein-igelt»

Der Schweizer Meister verzweifelt auch dann nicht, wenn der Gegner in der Defensive kompakt steht und die direkten Wege zum Tor zustellt. Dann forciert YB das Spiel über die Flügel und kommt so zu Torchancen. Oder sie lassen den Ball zirkulieren und irgendwann wird ein Pass direkt (das ist entscheidend) in die Schnittstelle gespielt. So lässt sich mit einem Pass die gesamte Abwehr aushebeln.

4. Wenn der Gegner am Drücker ist

Natürlich powert auch YB nicht immer über 90 Minuten. Besonders wenn die Mannschaft in Führung liegt, lassen sie sich auch mal fallen und lassen den Gegner im Mittelfeld gewähren. Erobern sie dann den Ball, glänzen sie mit ihrem schnörkellosen Umschaltspiel. Ein langer Ball in die Spitze, wo die pfeilschnellen Stürmer den Gegner überrollen.

5. Standards

Spätestens seit der WM weiss jedes Kind, dass Standard-Situationen Spiele entscheiden können und dass sie eine echte Waffe sind. Beim 7:1 gegen Basel hat YB die ersten drei Tore nach Standards erzielt.

6. Nie nachlassen

Zehn der 28 Tore hat YB in der Schlussviertelstunde erzielt. Das sagt viel über die Einstellung der Mannschaft aus, die nicht darauf aus ist, Resultate zu verwalten, sondern immer noch einen draufsetzen will. Es hat auch damit zu tun, dass besonders in der Offensive ein grosser Konkurrenzkampf herrscht und Trainer Seoane gleichwertige Spieler von der Bank einwechseln kann. So kann man das Tempo hochhalten und jeder will Werbung in eigener Sache betreiben.

Ein gutes Beispiel liefert am Mittwoch Abend Roger Assalé, der gegen St. Gallen (2:0) in der Startelf steht und zwei Topchancen vergibt. Nach dem Spiel ist er untröstlich, obschon YB gerade den achten Sieg im achten Spiel eingefahren hat. Hätte er eine Stammplatzgarantie, so hielte sich die Enttäuschung über die vergebenen Chancen im Siegesfall wohl in Grenzen.

7. Selbstvertrauen

Inzwischen ist das Selbstvertrauen der Spieler riesig. Wenn sie den Platz betreten, dann wissen sie, dass sie sich nur selber schlagen können. Das wissen inzwischen auch die gegnerischen Mannschaften und so sind die Young Boys auf mentaler Ebene immer im Vorteil. Das zeigt sich dann auch bei Halbchancen: YB wurstelt den Ball irgendwie über die Linie, bei anderen Teams klatscht der Ball in der gleichen Situation an den Pfosten.

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