19-jähriges Super-Talent wie vom Erdboden verschluckt

pat

11.11.2021

Der talentierte Fussball-Profi Mohamed Ihattaren ist abgetaucht.
Bild: Getty

Ende Juli wird Mohamed Ihattaren bei PSV Eindhoven aus disziplinarischen Gründen aussortiert. Juventus Turin verpflichtet das Juwel und leiht es direkt an Sampdoria Genua aus. Der Startschuss einer Welt-Karriere? Mitnichten.

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11.11.2021

2018 steuert Ihattaren auf dem Weg zum U17-EM-Titel mit Holland vier Assists bei. Ein gutes halbes Jahr später läuft das Eigengewächs erstmals für die Profis von PSV Eindhoven auf, die Spielzeiten werden mehr und ihm wird eine grosse Karriere vorausgesagt. Im September 2020 sitzt er bereits zweimal auf der Ersatzbank der A-Nationalmannschaft. Auch wenn er nicht eingesetzt wird, Ihattaren ist bereits ein gestandener Profi.

Hoch geflogen, tief gefallen

Doch mehr und mehr wird der aufstrebende Jungspund zum Problemfall, sorgt auf und neben dem Feld für negative Schlagzeilen. Schliesslich ziehen die Verantwortlichen im vergangenen Juli die Reissleine und sortieren den 19-Jährigen aus. Roger Schmidt, sein damaliger Trainer, drückt es so aus: «Er muss zuverlässiger werden. In Sachen Taktik, in Sachen Mentalität, in Sachen Motivation. In jeder erdenklichen Weise.»

Aufgrund seines überdurchschnittlichen Talents – und der Hilfe seines berühmt-berüchtigten Beraters Mino Raiola – findet er rasch wieder Unterschlupf in einem Top-Team. Strahlend setzt er seine Unterschrift unter einen Vertrag bis Sommer 2025 beim grossen Juventus. Knapp zwei Millionen Euro blättern die Turiner hin, die offensichtlich langfristige Pläne mit ihm hegen. Damit er die nötige Spielpraxis erhält, wird er umgehend für ein Jahr an Ligakonkurrent Sampdoria Genua verliehen.

Dort hat er keine Minute gespielt, sorgte aber gleichwohl für Schlagzeilen. Anstatt auf dem Platz wurde er in Clubs in Monte Carlo und Mailand gesichtet. Der neue Arbeitgeber hat es nicht geschafft, Ihattaren zu bändigen. Im Oktober kehrt er, angeblich aus privaten Gründen, in die Niederlande zurück. Inzwischen ist das 19-jährige Mega-Talent komplett abgetaucht, unerreichbar für seinen Arbeitgeber. Aus dem Spielerumfeld heisst es, dass er sich bei seiner Freundin in Tilburg aufhalte. Seine Ersparnisse soll er bereits verschleudert haben.

Weiss Mino Raiola mehr?

In einem Interview mit dem Magazin «Voetbal International» sollte Mino Raiola etwas Licht ins Dunkel bringen. Der Starberater verrät, dass er Ihattaren von einem Wechsel ins Ausland abgeraten habe, weil er ihn nicht für reif genug für diesen Schritt gehalten habe. Vor dessen Abtauchen habe ihm Ihattaren anvertraut, dass er nicht mehr Fussball spielen wolle.

Seither habe er keinen Kontakt mehr mit dem Spieler gehabt. Und doch sagt er: «Also von mir gibt es kein schlechtes Wort über Mo Ihattaren und wenn er noch meine Hilfe will, werde ich ihm helfen. Aber es stimmt, dass wir schon seit einiger Zeit keinen Kontakt mehr haben.»

Raiolas Worte sind derzeit vielleicht der einzige Lichtblick für Ihattaren, der gerade im Begriff ist, seine Fussballer-Karriere wegzuwerfen. Denn mit der Unterstützung des Starberaters könnte er es wohl noch einmal schaffen, auf die grosse Bühne zurückzukehren. Es liegt nun am Spieler, ob er diese Chance nutzen will oder nicht. Ohne seinen Lebensstil anzupassen, wird seine Zukunft aber nicht rosig sein, zumindest nicht als Fussballer.