Geburtstag

50 Jahre Diego Simeone: Seine besten Sprüche und grössten Skandale

Von Jan Arnet

28.4.2020

Diego Simeone feiert am 28. April Geburtstag.
Bild: Getty

Heute Dienstag feiert ein Grosser des Weltfussballs einen runden Geburtstag: Diego Simeone wird 50. «Bluewin» erzählt die Geschichte des heissblütigen Atlético-Trainers mit zehn Fakten, Sprüchen und Skandalen.

Seine Spieler-Karriere

Diego Simeone gilt als einer der besten Trainer der Welt. Aber auch als Spieler feierte er grosse Erfolge. Der frühere Mittelfeldspieler gewann unter anderem 1996 mit Atlético die Meisterschaft, triumphierte 1998 mit Inter im UEFA Cup und holte 2001 mit Lazio den Scudetto. Ausserdem kam er 108 Mal für Argentiniens Nati zum Einsatz und feierte 1991 und 1993 die letzten beiden Triumphe der Gauchos in der Copa América. 

Diego Simeone (l.) in seiner Zeit als Atlético-Spieler.
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Sein «hässlicher» Fussball

«Ich spiele lieber gut als schön», sagte Simeone einst über seinen von Kampf und Körpereinsatz geprägten Spielstil. Auch ohne die ganz grossen Superstars schafft er es seit Jahren, dass Atlético Madrid zu den besten Mannschaften der Welt gehört. Sein passender Spruch dazu: «Wenn ich Schlamm sehe, werfe ich mich hinein. Arbeit ist alles. Ich glaube nicht, dass nur gute Spieler eine Mannschaft verbessern. Ich glaube, dass Spieler, die gewinnen wollen, eine Mannschaft verbessern.»

Sein bester Spruch

«Ich möchte den Müttern meiner Spieler danken, dass sie Männer mit solch grossen Eiern auf die Welt gebracht haben» – Simeones spezieller Dank Ende April 2014 nach dem 3:1-Sieg im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Chelsea.

Sein grösster Erfolg

Zweifellos der Meistertitel 2014. Erstmals seit 2004 hiess der Meister in Spanien weder Real Madrid noch Barcelona. Atlético gelang das, was viele für unmöglich hielten. Simeone sagte nach dem Triumph: «Wir haben Geschichte geschrieben.»

Simeone lässt sich nach dem Gewinn der Meisterschaft feiern.
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Seine grösste Niederlage

Nach dem gewonnenen Meistertitel hätte Atlético die grossartige Saison noch mit dem Triumph in der Champions League krönen können. Im Derby gegen Real führte die Simeone-Elf in Lissabon bis zur 93. Minute, dann glich Sergio Ramos aus. In der Verlängerung mussten sich die «Colchoneros» dann mit 1:4 geschlagen geben. Noch während der Verlängerung sorgte Simeone für einen Eklat, als er wutentbrannt aufs Spielfeld schritt und auf Real-Verteidiger Raphael Varane losstürmte, weil dieser nach einem Tor den Ball in Simeones Richtung schoss.

Wutentbrannt und aufgebracht: Simeone während des Champions-League-Finals 2014.
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Auch die Revanche zwei Jahre später glückte nicht – in Mailand unterlag Atlético seinem Erzrivalen im Penaltyschiessen.

Sein grösster Skandal

Im April 2016 spielte Atlético zuhause gegen Malaga. Kurz vor der Pause kamen die Gäste zu einem vielversprechenden Konter. Dann stiftete Simeone einen Balljungen dazu an, einen Ball aufs Spielfeld zu werfen, worauf der Schiedsrichter die Partie unterbrach. Eine grobe Unsportlichkeit, für die der Atlético-Coach drei Spiele gesperrt wurde. 

Sein zweitgrösster Skandal

2014 war der heissblütige Argentinier in der Supercopa gegen Real sauer auf den vierten Offiziellen, weil dieser seinen Rechtsverteidiger Juanfran nach einer Behandlung nicht sofort wieder zurück auf das Spielfeld liess. Als der Unparteiische Simeone bei dessen Schimpftirade ignorierte, schlug der Trainer dem vierten Offiziellen zweimal leicht auf den Hinterkopf. Simeone wurde auf die Tribüne verbannt und später für acht Spiele gesperrt.

Sein «Eier-Jubel»

Unvergessen ist auch Simeones Jubel nach einem Atlético-Tor im Achtelfinal-Hinspiel gegen Juve in der letzten Champions-League-Saison: Simeone drehte sich zum Publikum ab und fasste sich dabei an seine «Kronjuwelen». Die Erklärung nach dem Spiel: «Es sollte zeigen, dass wir Eier haben. Dicke Eier. Indem ich Costa und Koke nach einem Monat Verletzungspause in die Startelf gesetzt habe, habe ich sie gezeigt.» Die UEFA fand es weniger lustig und belegte Simeone mit einer Geldstrafe von 20'000 Euro.

Sein Spitzname «El Cholo»

Seit seiner Jugend wird Simeone «El Cholo» genannt. Cholo ist gemäss Wikipedia ein abwertender Ausdruck, der einen Menschen mit indigener Abstammung bezeichnet, der noch viele Gewohnheiten der indigenen Kultur pflegt, gleichzeitig aber auch einer städtischen Gesellschaft angehört. Passt irgendwie gar nicht zum Mann, der sich stets modisch mit schwarzem Anzug, schwarzer Krawatte, schwarzen Schuhen, und schwarzen, zurückgegelten Haaren präsentiert. 

Warum also «El Cholo»? Simeone erklärte einst: «In den 70er-Jahren gab es einen Boca-Spieler namens Carmelo Simeone, den alle ‹Cholo› nannten. Mein früherer Juniorentrainer nannte mich dann eines Tages ebenfalls so – und das ist geblieben. Was ‹Cholo› genau bedeutet? Ich habe keine Ahnung.»

Seine Liebe zum Fussball

Wenn Diego Simeone während den Atlético-Spielen in seiner Coachingzone herumhüpft, wird immer wieder ersichtlich, mit welcher Leidenschaft der Trainer dabei ist. So sagte er einst auch, dass er «24 Stunden am Tag» an Fussball denke: «Sogar wenn ich ins Kino gehe und mir während des Films eine Idee für das nächste Training kommt, rufe ich meine Assistenten an. Auch wenn ich mit meiner Familie spreche, denke ich dabei an Fussball. Ich kann gar nicht anders.»

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