Als sich Roy Keane am Vater von Erling Haaland rächte

lbe

21.4.2020

2001 rächt sich Roy Kean an Alf-Inge Haaland (links für dessen Aktion im Direktduell 1997 (rechts).
Bilder: Getty

Mit einem brutalen Foul revanchiert sich Roy Keane im Manchester-Derby vor 19 Jahren an seinem Gegenspieler und leitet damit dessen Karriereende ein. Sein Name: Alf-Inge Haaland. 

Im Januar 1994 wagt ein norwegischer Zweitligakicker aus Bryne den Sprung ins Ausland. Im Alter von 21 Jahren schliesst sich der Mittelfeldspieler dem englischen Traditionsverein Nottingham Forest an, der bloss ein halbes Jahr zuvor in die zweite Liga absteigt – nach 35 Jahren in der First Division. Die Leistungsträger verlassen daraufhin den Verein, neben Starspieler Teddy Sheringham sucht auch der Ire Roy Keane das Weite. Statt Teamkollegen werden Alf-Inge Haaland und Keane in der Folge zu erbitterten Feinden.

Die Geschichte beginnt am 27. September 1997. Nach seinem Wechsel im Sommer empfängt Haaland mit Leeds United das grosse Manchester United um Roy Keane. Bei der 0:1-Niederlage der Red Devils lässt sich der Ire kurz vor Schluss zu einem Frustfoul hinreissen. Ohne jegliche Chance an den Ball zu kommen, säbelt er den Norweger um – bleibt dann aber selbst liegen, was Haaland zur Weissglut bringt. Der Gefoulte springt auf, baut sich über Keane auf und geigt ihm die Meinung. Er solle sich nicht so anstellen und sofort aufstehen. Worte, die Haaland im Nachhinein bereuen dürfte.

«Ich hatte lang genug gewartet»

Denn Roy Keane simuliert keineswegs. «Als ich ihn grätsche, verfangen sich meine Stollen im Gras und mein Kreuzband reisst», erklärt er die unglückliche Aktion. Keane fällt in der Folge neun Monate aus, seinem norwegischen Gegenspieler verzeiht er nie – und nimmt Jahre später im letzten Direktduell der beiden Revanche.

Am 21. April 2001 sieht Keane im Manchester Derby den Moment der Rache gekommen. Als Haaland, inzwischen Captain bei den Citizens, in der 85. Minute nahe der Seitenlinie an den Ball kommt, streckt ihn Keane mit Anlauf und gestrecktem Bein nieder. «Ich hatte lange genug gewartet. Ich habe ihm richtig einen verpasst. Der Ball war da (glaube ich)», schildert er in seiner 2002 veröffentlichten Biografie. Während Haaland mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen bleibt, beugt sich Keane über ihn: «Das ist für dich, du Scheisskerl. Und steh nie wieder über mir und beschuldige mich, eine Verletzung vorzutäuschen!»

Danach wartet Keane gar nicht, bis der Schiedsrichter die rote Karte zückt, und geht schnurstracks vom Platz. Ein schlechtes Gewissen kennt er aber auch in den Katakomben nicht: «Selbst in der Kabine hatte ich keine Gewissensbisse. Er bekam seine gerechte Belohnung.»

Haalands letztes Spiel über 90 Minuten

Alf-Inge Haaland kann das Spiel im Derby zwar beenden, es ist aber sein letztes Spiel über die vollen 90 Minuten. Sporadisch kommt er noch zum Einsatz, aber den Tritt findet der Norweger nicht mehr, bevor er seine Laufbahn 2003 offiziell beenden muss. Auch wenn ihn eine Verletzung am anderen Knie zu diesem Schritt zwingt – auf die Frage, ob dieses Foul etwas mit seinem Karriereende zu tun habe, sagt Haaland einst: «Nun gut, ich habe nie wieder ein Spiel über 90 Minuten bestritten. Ich denke der Zusammenhang ist offensichtlich.»

Nach seiner Aktivzeit verabschiedet sich Haaland für eine Weile von der grossen Fussballbühne, bis er als Berater von Sohnemann und Riesentalent Erling Braut Haaland wieder auftaucht. «Die Kombination aus allem, was er zu bieten hat, ist ideal. Er kann alle wichtigen Bereiche abdecken und unterstützt mich in jeder Situation. Mein Vater hat selbst viel Erfahrung und kann mir deshalb wichtige Tipps geben, die meine Leistung und mich als Person verbessern», schwärmt der Dortmund-Stürmer von seinem Vater. Eine Entschuldigung von Roy Keane – sofern bekannt – kriegt Haaland senior dagegen bis heute nie zu hören.

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