André Gomes über seine Zeit bei Barça: «Es ist die Hölle»

13.3.2018 - 10:49, jar

André Gomes traut sich manchmal gar nicht aus dem Haus.
Getty Images

Der deutsche Weltmeister Per Mertesacker hat zuletzt mit ehrlichen Aussagen über den hohen Erwartungsdruck im Fussball aufhorchen lassen. André Gomes vom FC Barcelona tut es ihm gleich.

Mit teils hervorragenden Leistungen verhalf André Gomes Portugal im Sommer 2016 zum Europameistertitel. Nur wenige Tage nach dem grossen Triumph folgte sein Wechsel von Valencia zum grossen FC Barcelona. So richtig bei Barça angekommen scheint der Mittelfeldspieler aber auch nach 20 Monaten nicht zu sein. Vor allem bei den Fans, von denen er schon mehrmals ausgepfiffen wurde, hat er einen schweren Stand.

In einem Interview mit dem Fussballkulturmagazin «Panenka» gewährt der 24-Jährige einen Einblick in seine Gefühlswelt. «Die ersten sechs Monate bei Barcelona waren sehr positiv für mich. Doch dann änderte sich etwas, es ist die Hölle», sagt Gomes.

Es sei nicht der Druck vom Klub oder der Fans, der ihm zu schaffen machen würde. «Mit dem Druck, den andere Leute auf mich ausüben, kann ich gut umgehen. Was mich fertig macht, ist der Druck, den ich mir selber mache», so der Portugiese weiter. Training sei kein Problem, doch die Spiele könne er nicht geniessen. «Ich fühle mich ängstlich.»

«Ich schäme mich»

Es würde ihm sehr schwer fallen, mit anderen über seine Probleme zu sprechen, verrät Gomes: «Ich schotte mich ab, rede mit niemandem. Ich will niemanden belästigen, weil ich mich schäme». Das Gefühl, die 35 Millionen Euro, die Barça für ihn bezahlt hat, nicht wert zu sein, scheint Gomes kaputt zu machen. Die hohen Erwartungen konnte er bislang nicht erfüllen.

Schon mehrmals sei vorgekommen, dass er sich nicht aus dem Haus traute. Aus Angst, dass die Leute ihn anstarren könnten, wenn er auf die Strasse gehe. «Dafür schäme ich mich», wiederholt sich Gomes.

Es sind Aussagen, die stark an jene von Per Mertesacker erinnern, der am Wochenende im einem «Spiegel»-Interview offen über seine Probleme mit der hohen Erwartungshaltung sprach. Der Weltmeister von 2014 verriet, dass er noch heute vor jedem Spiel Durchfall habe und Brechreiz verspüre. (Bluewin berichtete).


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