Bayern München soll den Ausstieg aus der Bundesliga planen

lbe/dpa

2.11.2018 - 19:36

Spielt er ein falsches Spiel? Bayerns Vorstandsvorsitzender Rummenigge steht in der Kritik.
Bild: Getty

Gemäss dem deutschen Magazin «Spiegel» soll sich ein Geheimbund rund um den FC Bayern München monatelang mit einer privaten Eliteliga beschäftigt haben. Dies zeigen die neuesten «Fussball Leaks»-Enthüllungen.

Der «Spiegel» berichtet in seinen neuesten Enthüllungen, dass der FC Bayern offenbar das Projekt einer europäischen «Super League» seit Monaten vorantrieb. Dies zusammen mit weiteren mächtigten und reichen Vereinen Europas. Lange konnte geheim gehalten werden, wie detailliert an den Plänen für eine solche Liga geschmiedet wurde. Für einige Topklubs sind diese auch heute noch aktuell.

Zu den 16 Clubs, die laut «Spiegel» von 2021 an in einer Superliga spielen könnten, gehören neben dem FC Bayern auch Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal, Manchester City, FC Liverpool, Paris Saint-Germain, Juventus Turin und AC Mailand als Gründer, die nicht absteigen können, dazu. Hinzu kämen zunächst Atlético Madrid, Borussia Dortmund, Olympique Marseille, Inter Mailand und AS Rom als «anfängliche Gäste». Im Gespräch ist auch eine zweite Liga, in die nur diese Gäste absteigen könnten.

Hintergrund der Planspiele sind die im kommenden Jahr anstehenden Verhandlungen über Verteilung der Gelder aus der Champions League von 2021. Derzeit schüttet die UEFA jährlich Prämien von 2,04 Milliarden an die Clubs der Champions League aus, die erfolgreichsten Vereine bekommen bis zu 100 Millionen Euro. Die Idee, dass sich die Topclubs in einer eigenen Liga organisieren, um deutlich höhere Einnahmen zu erzielen, gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten.

Der «Spiegel» kündigt an, ab sofort im Verbund mit 14 weiteren europäischen Partnerredaktionen eine Enthüllungsserie über die «Dirty Deals» in der Fussballwelt zu starten . Im Norddeutschen Rundfunk beispielsweise wird am Sonntag um 21:45 Uhr eine 60-minütige Dokumentation mit dem Titel «Football Leaks – von Gier, Lügen und geheimen Deals» ausgestrahlt. Die getätigten Recherchen beruhen nach Informationen des «Spiegels» auf Datensätzen der Plattform «Football Leaks» und kehren das Innenleben einer korrupten Branche nach aussen.

Fragwürdige Rolle von Karl-Heinz Rummenigge

Höchst umstritten wird die Rolle von Karl-Heinz Rummenigge beleuchtet, der in einer denkwürdigen Pressekonferenz am 19. Oktober noch Respekt für Fussballspieler einforderte. Denn der Bayern Vorstandsvorsitzender soll einen Putsch der grössten europäischen Vereine gegen die Uefa vorbereitet haben. Gleichzeitig hat er diese Pläne als ECA-Präsident und damit als Vertreter von 200 europäischen Klubs verschwiegen.

Die Dokumente sollen ausserdem zeigen, dass Bayern München auch prüfen liess, ob und wie der Klub die Bundesliga verlassen kann und ob es möglich wäre, die eigenen Spieler den betroffenen Nationalmannschaften zu entziehen. Die 16 europäischen Spitzenklubs sollen einer «bindenden Absichtserklärung» zugestimmt haben, welche die Gründung einer «European Super League» vorsieht und bereits im November 2018 unterzeichnet werden soll. Kommt alles so wie geplant, ist die Champions League 2021 Geschichte.

Der FC Bayern teilte dem «Spiegel» mit, «weder die Existenz noch der Inhalt» des Entwurfes der Absichtserklärung seien dem Club bekannt. Der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt im Interview des Magazins «11 Freunde» (November-Ausgabe) gesagt, dass er in ferner Zukunft mit der Einführung einer europäischen Superliga rechne: «Ich vermute, dass diese Liga eines Tages kommen wird. Aber fragen Sie mich nicht, wann.»

Das Bayern-Statement:

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