Englands Mings: «Kein Banner kann uns den Zusammenhalt nehmen»

dpa

13.10.2021 - 16:30

Tyrone Mings nach Rassismus-Vorfall: «Der Zusammenhalt zeichnet uns aus»

Tyrone Mings nach Rassismus-Vorfall: «Der Zusammenhalt zeichnet uns aus»

Der englische Abwehrspieler Tyrone Mings nimmt nach den rassistischen Auseinandersetzungen währen der Partie zwischen England und Ungarn Stellung.

13.10.2021

Erneut gibt es bei einem Fussballspiel zwischen England und Ungarn Ärger. Die Polizei in London geht wegen eines rassistischen Vorfalls gegen Fans der Gäste vor. Nun droht dem ungarischen Verband eine weitere Strafe.

dpa

13.10.2021 - 16:30

Nach den Zusammenstössen zwischen ungarischen Fans und der Polizei während des WM-Qualifikationsspiels von England gegen Ungarn (1:1) will der englische Fussballverband den Vorfall untersuchen und dem Weltverband FIFA melden. Dem ungarischen Verband droht damit eine erneute Strafe. Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi wollte sich derweil nicht zu den erneuten Vorfällen äussern. «Ich möchte diese Situation nicht kommentieren», sagte der 57 Jahre alte Italiener: «Das ist nicht meine Aufgabe. Alles, was ich sagen konnte, könnte anders interpretiert werden.»

In der Anfangsphase der Partie am Dienstagabend im Londoner Wembley-Stadion waren Dutzende Einsatzkräfte auf den Tribünen mit Gästefans aneinandergerieten. Die Polizei setzte Schlagstöcke gegen die Zuschauer ein. Kurz nach Beginn des Spiels hätten Beamte die Tribüne betreten, um einen Zuschauer wegen eines rassistischen Vorfalls zu verhaften, hiess es in einer Polizeimitteilung. Daraufhin habe es Unruhe gegeben, an der andere Zuschauer beteiligt waren. Die Ordnung sei aber schnell wieder hergestellt worden. «Es klingt, als wäre es nicht akzeptabel, aber ich habe die Details nicht gesehen», sagte Englands Nationalcoach Gareth Southgate.

Mings: «Das hat uns getragen»

Vor dem Anpfiff hatten einzelne ungarische Fans gebuht, als die englischen Nationalspieler als Zeichen gegen Rassismus knieten und die Ungarn auf die «Respect»-Aufschrift auf ihren Trikots zeigten. Von den Pfiffen waren die Three Lions unbeeindruckt. «Wir wurden kritisiert, weil wir gekniet haben, und wir haben gemeinsam leidenschaftlich zusammengehalten», sagte Verteidiger Tyrone Mings (im Video oben). «Das hat uns als Mannschaft getragen. Es ändert sich nicht, wenn Leute Banner hochhalten oder anderer Meinung sind.»

Im September hatten ungarische Fans in Budapest englische Spieler rassistisch beleidigt, Gegenstände geworfen, Feuerwerkskörper abgefeuert und Treppen blockiert. Ungarns Nationalmannschaft war vom Weltverband FIFA dafür mit einem Heimspiel in der WM-Qualifikation ohne Zuschauer bestraft worden. Demnach droht dem Verband ein weiteres Geisterspiel, sollten sich ähnliche Vorfälle wiederholen. Das könnte nun der Fall sein.

England hatte es am Dienstagabend verpasst, mit einem Heimsieg vorzeitig mindestens die Playoff-Teilnahme für das WM-Turnier 2022 zu sichern. Die Gastgeber lagen nach einem Foulelfmeter des Freiburgers Roland Sallai (24.) zurück. Der Ausgleich gelang John Stones (37.).

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