Europa-League-Playoffs Basel vor delikater Aufgabe – YB haushoher Favorit

Von Patrick Lämmle

1.10.2020

FCB-Trainer Ciriaco Sforza und YB-Captain Fabian Lustenberger wollen in die Europa League.
FCB-Trainer Ciriaco Sforza und YB-Captain Fabian Lustenberger wollen in die Europa League.
Bild: Getty

YB und Basel kämpfen am Donnerstagabend um den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase. Auf dem Papier sind die Schweizer Teams zu favorisieren.

BSC Young Boys – KF Tirana

Ausreden darf es nach dem Spiel keine geben: Ein Sieg gegen Tirana ist für YB Pflicht. Natürlich darf man keinen Gegner unterschätzen, doch der albanische Meister ist wahrlich kein Schwergewicht, das zeigt nur schon der Blick auf den Marktwert des gesamten Teams, der sich laut «Transfermarkt» auf 4,35 Millionen Euro beläuft. Der YB-Kader wird mit 59,08 Millionen Euro beziffert.

Nackte Zahlen sind trügerisch und in einer einzigen Partie setzt sich nicht immer der Favorit durch, das sieht man in den verschiedensten Cup-Wettbewerben immer wieder. Doch Tiranas letzter Ernstkampf liegt einen Monat zurück, damals setzte es im albanischen Supercup eine 1:2-Niederlage gegen Teuta Durrës ab. Kommt hinzu, dass YB zu Hause spielt und da sind die Berner nur schwer zu schlagen.

Sowohl YB als auch Tirana starteten in der Champions-League-Qualifikation und konnten dort ihre erste Partie gewinnen. Auswärts gegen Midtjylland setzte es für YB dann eine krachende 0:3-Pleite ab. Tirana, und das ist dann doch schon fast eine kleine Überraschung, schaltete Dinamo Tiflis aus und unterlag dann Roter Stern Belgrad, einem Champions-League-Stammgast, nur 0:1. Und doch dürfte Tirana YB nur dann gefährlich werden, sollten die Berner nicht mit voller Konzentration ans Werk gehen. Und davon wollen wir nun wirklich nicht ausgehen.


FC Basel – ZSKA Sofia

Delikater ist die Aufgabe für den FC Basel, der es mit dem bulgarischen Rekordmeister zu tun bekommt. ZSKA Sofia, das die Meisterschaft im vergangenen Jahr im dritten Rang abschloss, schaltete auf dem Weg in die alles entscheidende K.o.-Runde der Reihe nach Sirens FC (Malta), Bate Borisov (Weissrussland) und B36 Tórshavn (Färöer) aus. Das Los meinte es gut mit den Bulgaren, der Traditionsverein durfte dreimal zu Hause antreten. Gegen Basel wird das aber nicht der Fall sein.

Mut machen dürfte dem FCB, dass ZSKA mit der Doppelbelastung Mühe bekundet und in der Liga zuletzt dreimal in Serie nicht gewinnen konnte. Am Sonntag setzte es eine Niederlage gegen Lok Plowdiw ab, weshalb Sofia nach sieben Spieltagen nur auf Platz fünf liegt. Auffällig ist, dass ZSKA in sämtlichen zehn Pflichtspielen in dieser Saison immer mindestens ein Tor erzielen konnte.

Es gibt also durchaus Parallelen zwischen dem FCB und ZSKA. Denn auch Basel meisterte die internationalen Aufgaben (2:1 gegen NK Osijek und 3:2 gegen Anorthosis), zeigte aber in der Liga ein anderes Gesicht. Auf das 2:2 gegen den FC Vaduz zum Auftakt folgte eine 0:1-Pleite gegen Servette. Geht man nach den Marktwerten, dann ist auch in dieser Begegnung der Schweizer Vertreter klar im Vorteil: 39,95 Millionen Euro sind die FCB-Spieler wert, 18,53 jene von ZSKA.

Kaufen kann man sich davon nichts, schon gar nicht das Ticket zur Europa-League-Gruppenphase. Es dürfte eine enge Kiste geben, Ausgang offen. International hat der FCB in den letzten Jahren allerdings immer überzeugt.


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