Das sind die Gewinner und Verlierer der EM-Quali

19.11.2019 - 13:00, Patrick Lämmle

Ruben Vargas (links) hat seine Chancen genutzt, Kevin Mbabus Aufstieg wurde gebremst.
Bild: Getty

Die Schweizer Nati hat sich für die EM 2020 qualifiziert. «Bluewin» präsentiert die Gewinner und Verlierer der Kampagne.

Yann Sommer, Fabian Schär oder Granit Xhaka sind alle sehr wichtig für die Nationalmannschaft. Doch sie gehören schon lange zum Stamm und an ihrem Standing hat sich nichts verändert. Im Folgenden werden die Spieler hervorgehoben, die sich in der Hierarchie hochgearbeitet haben oder sich aber im freien Fall befinden.


Die Gewinner

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Aufstieg zum Stammspieler

Denis Zakaria

Kurz vor der EM 2016 debütierte Denis Zakaria in der Nationalmannschaft. An der Endrunde kam er allerdings nie zum Zug. An der WM 2018 kam er dann immerhin auf zwei Teileinsätze. Erst nach dem Rücktritt von Valon Behrami mutierte er zum Stammspieler. In der EM-Qualifikation hat der 22-Jährige bis zu seiner Auswechslung im letzten Gruppenspiel gegen Gibraltar keine Minute verpasst und gezeigt, dass er den Ansprüchen mehr als nur genügt. Zakaria hat – das letzte Spiel ausgeschlossen – auf konstant hohem Niveau geliefert. Das tut er auch Woche für Woche bei Bundesliga-Leader Mönchengladbach. Derzeit führt kein Weg an ihm vorbei.


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Aufstieg zum Stammspieler

Nico Elvedi

Seit März 2016 gehört der 23-Jährige zum Kreis der Nationalmannschaft. Doch weder an der EM 2016 noch an der WM 2018 wurde er eingesetzt. Auch im ersten Spiel der EM-Quali sass Elvedi auf der Bank, doch in den restlichen Partien war er gesetzt – und das auch dann, wenn Petkovic aus dem Vollen schöpfen konnte. Bleibt er gesund, wird Elvedi bei seinem dritten grossen Turnier mit Sicherheit nicht auf der Bank versauern.


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Hat seine Chancen genutzt

Ruben Vargas

Am 8. September dieses Jahres debütierte Vargas im Hinspiel gegen Gibraltar in der Nationalelf. 16 Minuten lang deutete er an, was in ihm steckt. Für die Länderspiele gegen Dänemark und Irland wurde er dann nicht berücksichtigt, stattdessen spielte er für die U21-Nati. Nach dem Schritt zurück ging es zwei Schritte vorwärts. Gegen Georgien wurde er kurzfristig in die Startelf berufen, weil sich Seferovic beim Aufwärmen verletzte. Auch gegen Gibraltar durfte er von Beginn an ran, sammelte seine ersten Skorerpunkte (Assist und Tor) und war der beste Mann auf dem Platz. Bleibt er auch bei Augsburg Stammspieler, so darf er sich berechtigte Hoffnungen machen, mit einem Aufgebot für die EM belohnt zu werden.


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Von 0 auf 100

Cedric Itten

Gegen Georgien schiesst er bei seinem Debüt fünf Minuten nach seiner Einwechslung das 1:0, er ist der gefeierte Held im eigenen Stadion. Was für ein Märchen. Gegen Gibraltar trifft er doppelt und beendet die Quali als Toptorjäger der Schweiz. Verrückt. Einen weiteren Treffer bereitet er vor. In seinen ersten 109 Minuten als A-Nationalspieler hat er bereits vier Skorerpunkte auf dem Konto. Dennoch ist fraglich, ob er mit einem EM-Aufgebot belohnt wird, wenn alle Offensivkräfte gesund sind. Sollten Drmic und Ajeti im Klub weiter meist nur die Bank drücken, während er bei St. Gallen Tore schiesst, dann stehen die Chancen aber gar nicht mal so schlecht.


Die Verlierer

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Aufstieg jäh gebremst

Kevin Mbabu

Nach der WM debütierte er nach einer überragenden Saison bei YB im Nationalteam. Auch am Finalturnier der Nations League spielte er in beiden Spielen über die volle Distanz und wusste mit seiner Offensivpower zu überzeugen. Es folgte der Wechsel zu Wolfsburg, doch dort hat sich der 24-Jährige nicht durchgesetzt. In der EM-Quali stand er nur zweimal in der Startelf, gegen Irland (1:1) verschuldete er den Gegentreffer. Seither hat er nur noch 22 Minuten gespielt, zuletzt sass er dreimal über die volle Distanz auf der Bank. Gegen Gibraltar wurde ihm Michael Lang vorgezogen. Mbabu war auf bestem Weg, Stammspieler zu werden, davon ist er seit seinem Wechsel in die Bundesliga weit entfernt.


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0 Minuten gespielt

Xherdan Shaqiri 

Sechs der acht Quali-Spiele verpasste Shaqiri verletzt, zwei liess er aus, weil er sich nicht bereit fühlte. So kommt es, dass der 28-Jährige überhaupt nichts zur erfolgreichen Quali beigetragen hat. Im Gegenteil, er sorgte mit seiner Absage für Unruhen rund ums Team. Da er auch bei Liverpool, selbst in Bestform, meist nur auf der Bank sitzt, wird die Luft für ihn immer dünner. Natürlich kann er an guten Tagen Spiele fast im Alleingang entscheiden und er dürfte auch im EM-Aufgebot nicht fehlen. Dennoch gehört er zu den Verlierern.


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Der ewige Ersatzspieler

François Moubandje

Seit November 2014 gehört Moubandje zur Nationalmannschaft, schon 50-mal wurde er aufgeboten. 13-mal stand er in der Startelf, achtmal wurde er eingewechselt. Der 29-Jährige hat weder an der EM 2016 noch an der WM 2018 oder am Nations-League-Finalturnier auch nur eine Minute gespielt. Lange hatte er das Pech, dass ihm einfach Ricardo Rodriguez vor der Sonne stand. Inzwischen ist aber auch Loris Benito an ihm vorbeigezogen. In der Quali hat Moubandje keine Minute gespielt, in vier von acht Spielen stand er gar nicht erst im Kader. Er wird in diesem Leben wohl kein Stammspieler mehr in der Nationalmannschaft.


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Chancen nicht genutzt

Albian Ajeti

Im September dieses Jahres debütierte er in der Nations League gegen Island (6:0) und schoss prompt sein erstes Länderspieltor. In der EM-Quali wurde er in fünf Spielen eingesetzt, dreimal stand er gar in der Startelf. Doch seine Leistungen sind überschaubar, besonders die letzten beiden Länderspiele waren enttäuschend. Er hätte in Abwesenheit diverser Offensivkräfte Werbung in eigener Sache betreiben können, doch gegen Georgien blieb er blass und wurde nach 71 Minuten ausgewechselt und machte Platz für Itten. Gegen Gibraltar musste er dann zusehen, wie Itten zwei weitere Treffer erzielte, während er auf der Bank schmorte. Weil er auch bei West Ham so gut wie immer auf der Bank sitzt, wird sich seine Position kaum verbessern. Wäre er doch bloss noch eine Saison in Basel geblieben …


Alle Schweizer Torschützen der EM-Quali

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